17.06.2022 | Gesundheit Warum das Temperaturempfinden oft unterschiedlich ist

Im Freistaat werden in den nächsten Tagen Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Und während sich viele auf die Hitze freuen, leiden andere extrem unter den heißen Temperaturen. Woran das liegt und welche unterschiedlichen Temperaturempfinden es gibt.

Foto: unsplash / Conner Baker

In Spanien kämpfen die Menschen bereits mit einer Hitzewelle und Temperaturen von über 40 Grad, auch in Italien und Frankreich ist es aktuell extrem heiß. Jetzt kommt die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am Wochenende soll es im ganzen Freistaat über 30 Grad warm werden.

Das beeinflusst das Temperaturempfinden

Wie Menschen die Temperaturen empfinden, ist oft sehr unterschiedlich: Während die einen sich aufs Sonnenbaden freuen, lechzen die anderen schon bei 25 Grad nach Abkühlung. 

„Selbst im angenehmen 20er-Temperatur-Bereich gibt es immer noch fünf bis zehn Prozent, die es zu warm oder zu kalt finden“,

sagt der Biometeorologe Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdiensts in Freiburg.

Es gibt verschiedene Komponenten, die Einfluss auf unser Temperaturempfinden haben. Vor allem der Gesundheitszustand und die körperliche Fitness spielen eine Rolle. So empfindet jemand, der gerade mit einer Erkältung zu kämpfen hat, Temperaturen womöglich anders als eine gesunde Person. Auch der Hormonhaushalt und der Anteil an Körperfett können sich auf das Empfinden von Wärme und Kälte auswirken.

Für die aktuelle Temperatureinschätzung kommt hinzu, ob jemand gerade Sport gemacht hat und welche Kleidung er trägt. Wind, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung spielen dabei ebenfalls eine Rolle.

Körperwärme über 37 Grad = Schwitzen

Wenn die Temperaturen steigen und sich der Körper über die normale Temperatur von 37 Grad erwärmt, versucht er, die überschüssige Wärme durch Schwitzen wieder loszuwerden. Gesteuert vom Nervensystem produzieren die Schweißdrüsen Flüssigkeit. Der Schweiß kühlt den Körper, indem er an der Hautoberfläche verdunstet. 

"Wenn man den Schweiß allerdings sofort mit einem Handtuch wegwischt, funktioniert das mit der Verdunstung und dem Kühlen nicht",

sagt der Biometeorologe.

Wenn Hitze besonders schlimm ist: Das hilft 

Hohe Temperaturen sorgen aber nicht nur dafür, dass wir schwitzen: Viele Menschen bekommen an heißen Sommertagen auch schwere Beine. Grund dafür ist, dass die Venenklappen in den Beinen bei Hitze bei vielen Menschen nicht richtig funktionieren. Denn durch die Hitze weiten sich die Blutgefäße, das Blut staut sich in den Beinen.

Die Beine hochzulegen kann für Entlastung sorgen. Auch moderate Bewegung, etwa Schwimmen, lindert die Beschwerden. Wohltuend ist es auch, kühlende Gels aufzutragen oder Wasser auf die Beine zu sprühen. 

Bei hohen Temperaturen ist es außerdem wichtig, ausreichend zu trinken, damit das Blut im Körper schneller fließt und das Gefühl schwerer Beine nachlässt. Ausreichend zu trinken ist für ältere Menschen besonders wichtig, bei ihnen ist das Durstempfinden weniger ausgeprägt. Auch ihr Stoffwechsel ist nicht mehr so aktiv, und große Hitze macht ihnen oft besonders zu schaffen

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