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Vorsicht vor Fehlern beim Eierkauf: So macht ihr es richtig!

Traditionell kommen zu Ostern allerlei Speisen auf den Tisch, allen voran bunt gefärbte Ostereier. Doch so einfach ist der Kauf gar nicht. Herkunft, Haltungsform, Frische – so einiges ist beim Kaufen von Eiern zu beachten. Wir haben für euch die wichtigsten Informationen zusammengestellt, die ihr beim Eierkauf im Hinterkopf behalten solltet.

Eier in einer Schachtel Lifestyle Jakub Kapusnak/Unsplash

Augen auf beim Eier­kauf – woher stam­men die Eier eigent­lich und was gibt es da zu beach­ten?

Eierstempel beachten

Schaut beim Einkauf auf den Eier­stem­pel und achtet auf die erste Ziffer. Die gibt Auskunft über die Haltungs­form. Vorsicht ist bei gefärb­ten Eiern gebo­ten, da diese nicht gekenn­zeich­net werden müssen. Steht nichts ande­res darauf, so stam­men diese in aller Regel aus Käfig­hal­tung. In Deut­sch­land sind vier Haltungs­ar­ten geneh­migt: ökolo­gi­sche Erzeu­gung von Eiern, Frei­land-, Boden-, und Käfig­hal­tung.

Herkunft der Eier

Unver­a­r­bei­tete Eier, die nicht direkt auf dem Erzeu­ger­hof verkauft werden, sind kenn­zeich­nungs­pflich­tig und werden mit einem Code verse­hen, der zum Beispiel so ausse­hen kann: 0-DE-0956324. Dabei gibt die erste Ziffer Auskunft über die Haltungs­form. 0 steht für eine ökolo­gi­sche Erzeu­gung, 1 für Frei­land­hal­tung, 2 für Boden­hal­tung und 3 für Käfig­hal­tung. Die beiden Buch­sta­ben stehen für das Herkunfts­land:

  • DE für Deut­sch­land
  • AT für Öster­reich
  • BE für Belgien
  • DK für Däne­mark
  • FR für Frank­reich
  • NL für Nieder­lande
  • PL für Polen

Es folgt die sechs­stel­lige Betriebs­num­mer, in der das Bundes­land durch die ersten beiden Ziffern codiert ist. Bei der letz­ten Zahl handelt es sich um die Stall­num­mer. Am besten kauft ihr Eier aus Deut­sch­land, da viele andere EU-Länder ihre Hennen weiter in Klein­kä­fi­gen, obwohl dies verbo­ten ist. Diese ille­ga­len Eier kommen dann weiter in den Handel, zum Beispiel als fertig gekochte und bunte Oster­eier. Also am besten Eier aus Deut­sch­land kaufen und dann selber bema­len.

Weitere Tipps:

Welche Eier kann man mit gutem Gewissen kaufen?

Ihr könnt noch mehr tun, als auf den Stem­pel auf dem Ei zu gucken, indem ihr beispiels­weise auf Eier vom soge­nann­ten „Zweit­nut­zungs­huhn“ achtet. Das ist eine Hühn­er­rasse, die sowohl zur Eier- als auch zu Flei­sch­er­zeu­gung gehal­ten werden kann. Die Verei­ni­gung dieser beiden Eigen­schaf­ten in einer Rasse ist heute in der Land­wirt­schaft nicht mehr üblich, da Hühner aus wirt­schaft­li­chen Grün­den ausschließ­lich auf eine Eigen­schaft gezüch­tet werden. Männ­li­che Küken setzen nicht genug Fleisch für die Mast an und werden daher nach dem Schlüp­fen getö­tet. Darum fragt nach Eiern vom Zwei­nut­zungs­huhn!

Was passiert mit Brüderhähnen?

Die männ­li­chen Tiere von Lege­hen­nen werden als Bruder­hahn bezeich­net. Diese werden meist sehr jung ins Ausland gebracht und dort getö­tet. Im Handel gibt es zuneh­mend Eier aus soge­nann­ter „Bru­der­hahn-Aufzucht“. Bei diesen Initia­ti­ven werden eben­falls die männ­li­chen Küken aufge­zo­gen. Es handelt sich dabei aber nicht um Zwei­nut­zungs­hüh­ner, sondern um herkömm­li­che Hybri­dras­sen. Dement­spre­chend setzen die Brüder nur sehr wenig Fleisch an, was die Mast aus wirt­schaft­li­chen Grün­den norma­le­r­weise unren­ta­bel macht.

Kauft keine XL-Eier

Für diese Eier wird oftmals die Methode der „Zwangs­mau­ser“ verwen­det. Große Eier können nur von älte­ren und ausge­wach­se­nen Hennen produ­ziert werden. Die meis­ten Eier von ausge­wach­se­nen Tieren haben die Größe L. Jedoch züch­ten einige Betriebe die Eier noch­mals um eine weitere Größe absicht­lich hoch. Diese grau­same Praxis besteht darin, dass den Hennen sieben Tage lang Futter und Wasser vorent­hal­ten wird, um ihren nächs­ten Lege­zy­klus zu beschleu­ni­gen und so mehr Eier in kürze­rer Zeit zu erhal­ten. Für die Tiere bedeu­tet das enor­men Stress und Schmer­zen, und führt dazu, dass bis zu einem Drit­tel der Tiere während oder nach dem Fasten stirbt.

Direkt beim Erzeuger kaufen

Leider zeigen Nach­for­schun­gen von Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­o­nen wie der PETA immer wieder, dass eine Bio-Zerti­fi­zie­rung nicht immer auch eine artge­rechte Haltung in den Betrie­ben sicher­stellt. Häufig wird von schlim­men Zustän­den auf Höfen berich­tet, obwohl diese offi­zi­ell eine ökolo­gi­sche Erzeu­gung tragen. Ihr könnt also eure Eier beispiels­weise im Hofla­den des Vertrau­ens einkau­fen. Dort kann man sich im Zwei­fels­fall vor Ort mit eige­nen Augen von der Haltung der Hennen über­zeu­gen.

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