17.10.2019 | Lifestyle Wahl zum „Jugendwort des Jahres“ 2019 fällt aus: Teste dein Wissen im Quiz

„Fly sein“, „Babo“, „Smombie“: Ohne das „Jugendwort des Jahres“ wäre das Deutsche um den ein oder anderen amüsanten Ausdruck ärmer. Denn oft hielten Wörter erst nach ihrem Sieg Einzug in den Sprachalltag. Doch jetzt steht das „Jugendwort“ vor dem Aus, die Wahl 2019 entfällt. Aber wie gut kennst du den Slang der Kids?

Es ist das Ende einer kleinen Ära: Die Wahl zum „Jugendwort des Jahres“ fällt in diesem Jahr aus. Kein „Babo“ mehr, kein „Smombie“, kein „Yolo“ und kein „I bims“. Das bestätigt der Leiter des Pons-Verlags, Erhard Schmidt. Ob es sich um ein endgültiges Aus für die stets medienwirksam inszenierte Wahl oder nur um eine Pause handelt, „wird noch entschieden“, sagt er. Das Jugendwort, diese umstrittene wie belächelte kleine Institution in der deutschen Sprache, es gibt sie nicht mehr - zumindest vorerst. Kult ist die „Jugendwort des Jahres“-Kür inzwischen aber trotzdem: Wie gut kennst du den Slang der Kids? Finde es heraus in unserem Quiz!

Hintergrund: Grundlegende Umwälzung in Verlagslandschaft

Jahrelang hatte der Langenscheidt-Verlag in München das Jugendwort gesucht, um damit Werbung zu machen für sein Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“. Er kürte Wortschöpfungen wie „Smombie“, ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie, den Satz „Läuft bei dir“ oder „Babo“, was so viel bedeutet wie Boss oder Anführer. Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf „Ehrenmann/Ehrenfrau“ - so werde jemand bezeichnet, der etwas Besonderes für einen tue, hatte der Langenscheidt-Verlag erklärt.

In diesem Frühjahr aber hatte der zur Klett-Gruppe gehörende Pons-Verlag in Stuttgart die Marke Langenscheidt und die dazugehörigen Produkte übernommen. „Der Deal kam für das Produkt zu einem ungünstigen Zeitpunkt“, sagte Schmidt. Der Zustand des Lexikons „war nicht so, dass wir das Produkt in diesem Jahr in einem vernünftigen Zustand zu Ende führen konnten“. Und darum fällt jetzt auch die Werbung dafür aus.

Rettung des Votings gescheitert

Laut Medienberichten hatte sich zwischenzeitlich ein anderer Anbieter gefunden, der die Wahl in einem reinen Online-Voting fortführen wollte. Nachdem die Seite gehackt wurde, habe er aber Abstand von der Idee genommen. Sie ist inzwischen nicht mehr online.

Pons war nach Angaben Schmidts an der neuen Wahl-Aktion nicht beteiligt. Die Ermittlung eines Jugendwortes sei aber nicht geschützt. „Daher können wir so eine Aktion auch nicht verbieten. Diese Aussage haben wir auch gegenüber der Firma gemacht, die diese Aktion durchgeführt hat.“

Jugendwort erntete stets auch Kritik

Richtig tragisch sei das nicht, meint Annette Trabold, die Sprecherin des Leibniz-Institutes für deutsche Sprache (IDS) in Mannheim. „Diese Jugendwörter waren ja nicht ganz einwandfrei statistisch belegt. Da waren Modeerscheinungen und Eintagsfliegen dabei.“ Das IDS erfasst seit Jahren Wortneuschöpfungen in einem Neologismenwörterbuch. „Die Auswahl des Jugendwortes hat unseren Ansprüchen nicht genügt.“ Allerdings - und das betont sie - sei es immer schade, wenn ein Anlass abhanden kommt, über Sprache nachzudenken, über Sprache zu diskutieren.