18.04.2019 | Verbraucherschutz Bis zu 350 Prozent Aufschlag: Darum ist Osterschokolade so viel teurer

Ostern gehört neben Weihnachten zur Hochsaison für Süßwarenhersteller. Auch in diesem Jahr verdienen die Hersteller mit dem Verkauf von Ostersüßigkeiten wieder dreistellige Millionenbeträge.

Foto: Patrick Pleul/dpa

394 Millionen Euro gaben die Deutschen 2018 für Süßigkeiten an Ostern aus - das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen. Rechnet man das runter, gibt jeder von uns jährlich knapp 5 Euro für Ostersüßigkeiten aus. 

Besonders beliebt sind immer noch Schoko-Osterhasen oder Ostereier aus Schokolade. Doch immer mehr Hersteller bieten auch ihre klassischen Süßigkeiten in speziellen Osterverpackungen an. Geschmacklich gibt es keinen Unterschied - jedoch zahlen wir als Verbraucher bis zu 350 Prozent Aufschlag nur für die Osterverpackung. 

Hohe Aufschläge für Osterverpackungen

Beispiel gefällig: Eine 100-Gramm Schokotafel der Marke Milka kostet circa einen Euro. Für einen Schoko-Osterhasen der gleichen Marke mit der selben Menge Schokolade werden ungefähr 2 Euro verlangt - ein satter Aufschlag von 100 Prozent. 

Noch ein Beispiel: 100-Gramm Ferrero Küsschen kosten im Supermarkt knapp 1,60 Euro. Die selbe Menge nur in einer Osterei-Form verpackt, kostet ungefähr 5,60 Euro. Hier verlangt der Süßwarenhersteller einen Aufschlag von 350 Prozent.

Als Verbraucher bekommen wir von diesen Preisaufschlägen meist gar nichts mit. Die Oster-Süßigkeiten werden in den Supermärkten oftmals auf speziellen Aktionsflächen verkauft. Diese Stände befinden sich meist im direkten Blickwinkel der Käufer und sind ein Stück von der normalen Süßwarenabteilung entfernt. Damit erschweren die Supermärkte uns als Kunden den Preisvergleich.  

Was passiert mit den übrigen Osterhasen nach Ostern?

Nach Ostern überbieten sich die Supermärkte mit Rabattaktionen. Mit Angeboten wie "alle Osterartikel zum halben Preis" versuchen die Märkte die Restbestände los zu werden. Theoretisch könnte man die meisten Süßigkeiten auch im nächsten Jahr noch verkaufen, sofern das Mindesthaltbarkeitsdatum passt. Praktisch wird das aber nicht gemacht. Die Lagerungskosten wären für die Supermärkte um ein vielfaches höher, als wenn die Süßigkeiten einfach verschenkt oder gar weggeworfen werden.

Um ein Wegwerfen zu verhindern sind viele Süßwarenhersteller dazu übergangen, die überschüssigen Mengen an Ostersüßigkeiten wieder zurückzunehmen. Diese werden dann in andere Länder exportiert, in denen das Osterfest keine besondere Rolle spielt und die Süßigkeiten in Eier- oder Hasenform einfach nur als lustig verpackt gelten.