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Antisemitismusbeauftragter ermittelt nach Angriff

Nach dem Angriff auf ein israelisches Restaurant gehen die Ermittler von Judenhass aus - und schalten darum den Antisemitismusbeauftragten ein.

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Vorfall an israelischem Restaurant - Fenster beschädigt Peter Kneffel/dpa

München (dpa) - Nach dem mutmaßlich antisemitisch motivierten Angriff auf ein israelisches Restaurant in München hat der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit, wo der Beauftragte angesiedelt ist. 

Ermittler und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus. Verletzt wurde niemand, der oder die Täter wurden zunächst nicht gefasst. 

Mehrere Tausend Euro Schaden

«Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die Schaufensterscheiben gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen», teilte die Polizei mit. «Um welche Art es sich dabei handelte, ist Gegenstand der Ermittlungen.» Der Sachschaden wurde auf mehrere Tausend Euro geschätzt. 

Kundgebung geplant 

Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle (CSU), verurteilte den Angriff als einen «feigen Übergriff» auf einen «wunderbaren Ort der Begegnung». Am späten Nachmittag solle es eine Solidaritätskundgebung gemeinsam mit den Betreibern vor dem Restaurant geben. 

«Dieser Anschlag ist kein Einzelfall, sondern Teil eines gefährlichen Trends, den wir seit dem 7. Oktober 2023 sehen: wachsender Hass gegen Juden – offen, aggressiv, enthemmt», sagte Gady Gronich, Generalsekretär der in München ansässigen Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER). «Ein Angriff auf ein jüdisches Restaurant ist feige und ein Angriff auf unser Zusammenleben. München war bislang ein sicherer Ort für Juden und es muss es bleiben.»

© dpa-infocom, dpa:260410-930-927036/1