Baums Slogan beim FC Augsburg: «Kämpfen und Siegen»
Der FC Augsburg wartet in der Bundesliga seit fünf Partien auf einen Dreier. «Kämpfen und Siegen» heißt das Motto von Trainer Baum. Der kommende Gegner vertraut auf einen Japaner in der Offensive.
Augsburg (dpa) - Was wäre, wenn? Diese Frage könnte man sich beim FC Augsburg häufiger stellen. Für Trainer Manuel Baum wäre dieser Ansatz aber zu rückwärtsgewandt. Er schaut nach vorn, er will Lösungen finden. Aber dennoch: Was wäre, wenn der FC Augsburg seine Führungen in dieser Saison über die Zeit gebracht hätte? Was wäre, wenn Baums Mannschaft nicht in der Schlussphase so viele Gegentore kassieren würde?
Dann würde der FC Augsburg in der Tabelle der Fußball-Bundesliga vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ziemlich weit oben stehen. Jedenfalls noch weiter oben als aktuell auf dem ohnehin mehr als respektablen neunten Platz.
Nicht «Spielen und Siegen»
«Wir versuchen, nicht nur 80 oder 88 Minuten Vollgas zu kämpfen, sondern die ganze Zeit», versicherte Baum vor dem Duell mit den Breisgauern. Voller Einsatz über 90 Minuten ist nach fünf Bundesligaspielen ohne Sieg gefordert. Dazu passt der Slogan aus dem Spielertunnel. «Kämpfen und Siegen» heißt es, bevor es für die Profis auf den Rasen der Arena geht.
Es heiße eben nicht «Spielen und Siegen», bemerkte Baum. Duelle, Zweikämpfe seien die Quintessenz des Augsburger Spiels. Und das müssen sie auch gegen die Freiburger sein, die zwei Bundesliga-Niederlagen in Serie kassiert haben.
Baum und der Kontext
Das kommende Heimspiel ist also für den FC Augsburg durchaus wegweisend. Baum sieht das aber öffentlich nur bedingt so. «Ich tue mich da hart, das in einen großen Kontext einzuordnen. Deshalb versuche ich, das zu vermeiden. Ich schaue isoliert auf das Spiel», meinte Baum.
Es gehe um drei Punkte, und dass man sie zu Hause behalte. «Was danach ist, ist mir relativ wurst. Diesen ganzen Kontext versuchen wir auszublenden», sagte der Augsburger Coach, dessen Mannschaft am Dienstag Selbstvertrauen tanken konnte, als sie dank eines 4:2 beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzog.
Die Freiburger nahmen ebenfalls ihre Zweitrundenhürde. Julian Schusters Mannschaft bezwang den Zweitligisten VfL Wolfsburg (3:2) und feierte dabei den Doppeltorschützen Keisuke Goto, der nicht nur mit seinen rot gefärbten Haaren auffällt. «Schon in Japan haben mich die Leute für einen komischen Typen gehalten», sagte er lachend. «Aber so lange ich meine Leistung bringe, ist das für mich okay. Wenn das Ergebnis stimmt, passt doch alles.»
Die Abwehr stellt sich von allein auf
Für Baum ist Freiburg jedenfalls eine Spitzenmannschaft. Er zählt sie «zu den Top 6» in der Bundesliga. Es sei «beeindruckend, wie sie ihr Spiel spielen». Die Freiburger würden «mit brutal viel Intensität», aber auch hoher individueller Qualität auftreten, warnte der Augsburger Coach.
Personell hat Baum in der Offensive reichlich Auswahl. Nur die Abwehr stellt sich quasi von allein auf. Juma Bah (Rotsperre), Noakhai Banks (Außenbandverletzung) und Calvin Brackelmann (Gehirnerschütterung) fallen aus. Chrislain Matsima, Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und der frühere Freiburger Yannik Keitel bilden die Dreierkette.