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Bayern bleibt bei Jugenddemos meist friedlich

Nach den Jugendprotesten ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zufrieden mit der Polizei. Und er lobt die Demonstrierenden. Tatsächlich war es meist friedlich - mit einer Ausnahme.

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Demonstrationen "Gen Z regelt" - München Peter Kneffel/dpa

München (dpa/lby) - Anders als Frankfurt oder Köln ist Bayern von schweren Krawallen im Zusammenhang mit den Jugenddemos verschont geblieben. In München blieb es mit rund 5.000 Teilnehmern überwiegend friedlich, ebenso in Augsburg, Rosenheim und Regensburg. Nur in Nürnberg hatten Einsatzkräfte einiges zu tun, es gab einen Verletzten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fand lobende Worte.

Gewaltbereiter Block in friedlicher Demo

In Nürnberg demonstrierten etwa 2.000 Menschen. Ein gewaltbereiter Block von 100 bis 150 Personen habe die ansonsten friedliche Versammlung für eigene Ziele genutzt, sagte eine Polizeisprecherin. Immer wieder flogen laut Polizei Flaschen, Steine und auch Pyrotechnik in Richtung der Einsatzkräfte. Ein Demonstrationsteilnehmer wurde von einem Böller verletzt und ambulant von Rettungskräften behandelt. 

Rund 20 Ermittlungsverfahren wurden laut Polizei eingeleitet, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. 10 Menschen seien zudem vorübergehend in Polizeigewahrsam gekommen, um weitere Störungen zu verhindern. Von etwa 320 Personen habe man die Identität festgestellt.

Pyrotechnik auch in München

Auch in München gab es vereinzelt Pyrotechnik. Einige Personen seien auch vermummt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Trotzdem beschrieb er die Versammlung als insgesamt friedlich. Es habe «alles gepasst.»

Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung hielt sich eine Gruppe von 100 bis 200 Personen weiter auf der Ludwigstraße im Bereich der Ludwig-Maximilians-Universität auf. Diese habe nichts mit der vorherigen Demonstration zu tun gehabt, sagte der Sprecher. Gegen 84 Menschen seien wegen Ordnungswidrigkeiten nach dem Versammlungsrecht Anzeigen gestellt worden.

Zu der Jugenddemo in Augsburg hatten sich laut Polizei rund 800 Menschen friedlich versammelt, deutlich weniger waren in Regensburg und Rosenheim dabei. Auch hier war die Lage den Angaben zufolge entspannt.

In Bayern «kein Platz für Krawall»

Ministerpräsident Söder lobte den «sehr starken und guten Einsatz der Polizei», und auch die meist jungen Teilnehmer der Proteste. «Danke auch an alle, die demonstriert haben und friedlich waren», sagte Söder vor dem Abflug zu einer mehrtägigen Arabien-Reise. Natürlich seien Demonstrationen zulässig. «Aber es gibt keinen Platz für Krawall, es gibt keinen Platz für Gewalt. Und bei Gewalt und Krawall, da schreitet Bayern ein», betonte Söder. «Der Rechtsstaat muss gesichert werden. Deswegen war der massive Polizeieinsatz wichtig und richtig. Und zum Glück ist nichts passiert.»

Aufruf zu friedlichem Protest

Die Initiative «Gen Z regelt» hatte bundesweit zu friedlichem Protest aufgerufen und auch die Veranstaltung in München betreut. Die Demos in anderen bayerischen Städten wurden von lokalen Gruppen initiiert. Ihre Anliegen waren unter anderem soziale Gerechtigkeit, mehr Geld für Schulen, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und für mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht und einen Ausbau staatlicher Überwachung lehnen sie ab.

Luxuseinkaufsmeile mit vernagelten Schaufenstern

Der Jugendprotest hatte vorab Ängste ausgelöst. Immer wieder waren Ausschreitungen wie in Frankreich befürchtet worden. Einige Ladeninhaber etwa in der noblen Münchner Maximiliansstraße verbarrikadierten deshalb ihre Schaufenster. 

Gegen pauschale Verdächtigungen

Die Initiative «Gen Z regelt» hatte im Vorfeld wiederholt betont, man wolle friedlich sein. Die Bewegung habe eine klare Leitlinie, wonach die Proteste ohne jegliche Gewalt ablaufen sollten, hatte der Münchner Mitorganisator Steve am Freitag erklärt. Dass zuvor trotzdem ständig von Gewalt die Rede war, ärgerte den 18-Jährigen. Man werde nicht ernst genommen. «Keiner will sich mit uns um die Inhalte kümmern, sondern es ist immer nur das Thema Gewalt auf der Agenda.»

© dpa-infocom, dpa:261101-930-927000/1