Ausbildungsstart in Bayern: 39.955 Jugendliche beginnen im September eine Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleistungen – Zahl der neuen Azubis leicht rückläufig
In Bayern starten im September fast 40.000 Jugendliche eine Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Die Zahl der neuen Azubis ist leicht gesunken, doch es gibt weiterhin viele offene Lehrstellen. Welche Chancen und Herausforderungen der Ausbildungsmarkt aktuell bietet, lest ihr hier.
Fast 40.000 Jugendliche in Bayern starten im September ihre Ausbildung in einem der über 200 IHK-Berufe. Das meldet der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der neuen Azubis um 4,5 Prozent gesunken.
Großer Tag für Betriebe und Azubis
Der Präsident des BIHK, Peter Inselkammer, spricht von einem Tag voller Zuversicht und Optimismus für die Betriebe und ihre neuen Auszubildenden. Er wünscht allen Azubis, Ausbildern und Lehrkräften einen erfolgreichen Start ins neue Ausbildungsjahr.
Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt
Trotz der positiven Stimmung bleibt die Lage am Ausbildungsmarkt angespannt. Viele Betriebe finden keine passenden Bewerber. Laut BIHK fehlen oft das Interesse oder die nötige Ausbildungsreife. Besonders die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit macht sich bemerkbar – vor allem in der Industrie. Gleichzeitig gewinnen andere Bereiche wie das Handwerk, der öffentliche Sektor sowie Gesundheits- und Pflegeberufe an Bedeutung.
Bayern bietet beste Chancen für Azubis
Im bundesweiten Vergleich haben junge Menschen in Bayern weiterhin die besten Chancen auf eine duale Ausbildung und eine große Auswahl an Berufen. Auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart gibt es noch viele Bewegungen am Markt: Verträge werden oft noch im September und Oktober abgeschlossen. Eine endgültige Bilanz ist daher erst zum Jahresende möglich.
Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt
Jeder zweite Ausbildungsbetrieb in Bayern hat laut IHK-Umfrage offene Stellen. Hauptgrund: Es fehlen geeignete Bewerbungen. 94 Prozent der Unternehmen sehen Defizite bei sogenannten Soft Skills wie Belastbarkeit, Disziplin und Engagement. Positiv bewertet werden dagegen Englischkenntnisse, Teamfähigkeit sowie IT- und Medienkompetenz.
Top 5 IHK-Ausbildungsberufe in Bayern
- Verkäufer
- Einzelhandelskaufleute
- Kaufleute für Büromanagement
- Fachinformatiker
- Industriekaufleute
Insgesamt gibt es mehr als 200 verschiedene IHK-Berufe.
Gute Chancen für Bewerber
Wer noch auf der Suche ist, hat weiterhin gute Chancen: Ende August waren in Bayern noch 25.593 Lehrstellen unbesetzt. Dem stehen 10.369 unversorgte Bewerber gegenüber – rechnerisch kommen auf jeden Bewerber mehr als zwei offene Stellen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, also auch Handwerk, freie Berufe und den öffentlichen Dienst.
IHK-Betriebe als starke Partner
Rund 26.000 IHK-Betriebe bilden in Bayern aus und stehen für mehr als die Hälfte aller Ausbildungsverhältnisse in der dualen Berufsausbildung.