Bayerns Gesundheitsministerin und Kinderärzte empfehlen: Kinder bis drei Jahre sollten ohne Fernseher, Smartphone und Tablet aufwachsen – Risiken für Entwicklung vermeiden
Kinder unter drei Jahren sollten keine digitalen Medien wie Fernseher, Smartphone oder Tablet nutzen – das empfehlen Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach und der Verband der Kinder- und Jugendärzte. Warum das wichtig ist und wie Eltern unterstützt werden, lest ihr hier.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach und der Verband der Kinder- und Jugendärzte raten dazu, Kinder in den ersten drei Lebensjahren bildschirmfrei aufwachsen zu lassen. Die Initiative „Bildschirmfrei bis 3“ soll Eltern und Bezugspersonen für die Risiken des frühen Medienkonsums sensibilisieren.
Warum digitale Medien die Entwicklung stören können
Digitale Geräte wie Smartphone, Tablet und Fernseher können die Entwicklung von Kleinkindern beeinträchtigen, so die Experten. Gerade in den ersten 1000 Lebenstagen lernen Kinder mit allen Sinnen. Bildschirmzeit könne sie schnell überfordern und sich negativ auf die Sprachentwicklung auswirken.
Kinder brauchen Aufmerksamkeit statt Bildschirme
Die Kinderärzte betonen: Kinder unter drei Jahren benötigen keine Bildschirme, sondern die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Bezugspersonen. Sprechen lernen Kinder durch Blickkontakt, Zuwendung und gegenseitige Reaktionen. Werden Kinder regelmäßig digitalen Medien ausgesetzt oder sind Erwachsene häufig abgelenkt, gehen wichtige Momente der Entwicklung verloren.
Eltern als Vorbild: Eigene Bildschirmzeit hinterfragen
Ministerin Gerlach ruft Eltern dazu auf, auch die eigene Bildschirmzeit zu hinterfragen. Erwachsene hätten eine zentrale Vorbildfunktion. Ein bewusster Umgang mit digitalen Medien sei entscheidend für die Entwicklung von Bindungsfähigkeit und Empathie bei Kindern.
Projekt „Bildschirmfrei bis 3“ und aktuelle Studien
Das Projekt „Bildschirmfrei bis 3“ wird von der Universität Witten-Herdecke und verschiedenen Fachgesellschaften unterstützt. Über 850 Kinder- und Jugendarztpraxen informieren Eltern deutschlandweit über die Initiative. Studien zeigen, dass bereits viele Kleinkinder regelmäßig digitale Medien nutzen – mit teils problematischen Folgen.