Cybermobbing in Bayern: Nathalie aus Lauben im Allgäu berichtet, wie sie Opfer wurde und wie ihr der Weiße Ring in Memmingen geholfen hat
Cybermobbing ist ein wachsendes Problem – auch in Bayern. Nathalie aus Lauben im Allgäu wurde auf TikTok Opfer einer gezielten Hasskampagne. Sie berichtet, wie sie die Angriffe erlebt hat und welche Hilfe sie vom Weißen Ring in Memmingen bekommen hat. Mehr dazu lest ihr hier.
Nathalie, 27 Jahre alt und aus Lauben im Allgäu, wurde auf TikTok Opfer von Cybermobbing. Während eines Live-Videos wurde sie erstmals von einer Gruppe gezielt angegriffen. Die Täter drohten, persönliche Daten wie Adresse und Arbeitgeber zu veröffentlichen sowie ihr Haus anzuzünden, falls Nathalie nicht bestimmte Aufgaben erfüllte. Die Angriffe dauerten mehrere Wochen und führten zu starken Angstzuständen.
Wie Cybermobbing abläuft
Die Angreifer agierten in sogenannten „Bubbles“ – Gruppen, die gezielt Menschen unter Druck setzen und Aufgaben verteilen, die oft unter die Gürtellinie gehen. Nathalie berichtet, dass sie und viele andere Opfer gezwungen wurden, Informationen zu sammeln oder sich öffentlich zu entschuldigen. Insgesamt waren in ihrer Gruppe rund 200 Täter und 150 Opfer betroffen.
Psychische Folgen und Hilfe
Die Folgen für Nathalie waren gravierend: Sie traute sich nicht mehr aus dem Haus und litt unter starken Ängsten. Erst nachdem sie ihr Social Media gelöscht hatte und sich an verschiedene Hilfsangebote wandte, konnte sie wieder etwas Ruhe finden. Besonders geholfen hat ihr der Weiße Ring in Memmingen, der Kriminalitätsopfern Unterstützung bietet. Nathalie erhielt psychologische Beratung und Soforthilfe, unter anderem eine neue Handynummer.
Der Weiße Ring: Unterstützung für Opfer
Dr. Wolfgang Ertl vom Weißen Ring Memmingen erklärt, dass Cybermobbing kein Einzelfall ist und die Zahl der Betroffenen in Bayern steigt. Der Weiße Ring vermittelt Hilfe, berät Opfer und arbeitet mit einem Netzwerk aus Psychologen und Beratungsstellen zusammen. Die Organisation bietet Soforthilfe und langfristige Unterstützung, um Betroffenen wieder Sicherheit zu geben.
Cybermobbing in Bayern: Ein wachsendes Problem
Die Anonymität im Netz macht es Tätern leicht, andere zu verletzen. Die Polizei kann nur bei schweren Straftaten ermitteln, oft bleiben die Täter straffrei. Opfer werden immer jünger – auch Schülerinnen und Schüler sind betroffen. Der Weiße Ring sieht nur die Spitze des Eisbergs und empfiehlt Betroffenen, sich Hilfe zu suchen und nicht auf Hasskommentare zu reagieren.
Hilfsangebote für Betroffene
Wer Opfer von Cybermobbing oder anderen Straftaten wird, kann sich an das Opfer-Telefon des Weißen Rings wenden:
116 006 (bundesweit, kostenfrei, anonym)
Die Berater helfen, Wege aus der Krise zu finden und vermitteln weitere Unterstützung.
Fazit: Hilfe suchen und nicht alleine bleiben
Nathalie rät allen Betroffenen, sich Hilfe zu holen und sich nicht zurückzuziehen. Jeder Mensch sei auf seine Art perfekt und muss Cybermobbing nicht alleine durchstehen.