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Ermittlungen eingestellt – Sexualdelikt nur vorgetäuscht

Monatelang ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen einer schweren Sexualstraftat in Regensburg. Doch nun nimmt der Fall eine unerwartete Wende.

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Polizei Hauke-Christian Dittrich/dpa

Regensburg (dpa/lby) - Eine im Juni 2024 gemeldete Vergewaltigung in Regensburg hat nicht stattgefunden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, habe die angebliche Geschädigte die Tat vorgetäuscht. Das zuständige Amtsgericht erließ mittlerweile einen rechtskräftigen Strafbefehl gegen die Anzeigeerstatterin in Höhe von 90 Tagessätzen, was etwa drei Nettomonatsgehältern entspricht, wie Polizei und Staatsanwaltschaft bekanntgaben.

Am Abend des 5. Juni 2024 hatte die damals 22-Jährige aus dem Landkreis Regensburg behauptet, sie sei auf dem Nachhauseweg in einem Gebüsch sexuell angegangen worden. Daraufhin leitete die Kriminalpolizei umfassende Ermittlungen ein. Beamte hätten zahlreiche Zeugen zur Sache vernommen und Spuren gesichert, die teilweise von externen Stellen untersucht worden seien. Jedem Ansatz sei konsequent nachgegangen worden, hieß es von den Behörden.

«Hohes Maß an personellen Ressourcen»

Die Auswertung der Beweismittel ergab schließlich, dass die Schilderungen der 22-Jährigen nachweislich falsch waren. Daraufhin richteten sich die Ermittlungen wegen Vortäuschens einer Straftat gegen sie selbst.

«Ermittlungen dieser Größenordnung, die in einem Echtfall jederzeit gerechtfertigt sind, binden ein hohes Maß an personellen Ressourcen bei Polizei und Justiz», teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz mit. Zudem entstünden durch Laboruntersuchungen hohe Kosten.

Man nehme Hinweise auf Straftaten stets ernst und prüfe sie sorgfältig. Eine reale Bedrohung im Regensburger Stadtsüden habe in diesem Fall jedoch zu keinem Zeitpunkt bestanden.

© dpa-infocom, dpa:260410-930-927503/1