Fernpass-Sperre in Tirol - vorerst «alles ruhig»
Demos, Ferienstart und eine gesperrte Alpenroute: Was Anwohner bewegt, und wo Urlauber ausweichen können.
Reutte (dpa) - Trotz der Sperre der Fernpassstraße im österreichischen Bundesland Tirol sind vorerst keine Staus gemeldet worden. «Im Moment ist alles ruhig», sagte ein Verkehrsexperte des österreichischen Autofahrerclubs ÖAMTC der Deutschen Presse-Agentur kurz vor Beginn der zweistündigen Blockade.
Die wichtige Alpenroute auf der B179 zwischen Reutte und Nassereith wird wegen Anwohner-Demonstrationen von 10.00 bis 12.00 Uhr gesperrt. Behörden empfehlen, den Fernpaß am Samstag großräumig zu umfahren. Auch die lokale Ausweichroute über die Hahntennjochstraße (L 246) ist in diesem Zeitraum geschlossen.
Protest gegen Verkehrsbelastung und Tunnelprojekte
Anwohner protestieren nicht nur gegen die Verkehrsbelastung, sondern auch gegen geplante Tunnelprojekte. Sie befürchten, dass dadurch noch mehr Fahrzeuge durch ihre Heimat rollen.
Die Blockade fällt mit dem Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarlandzusammen. Ob Urlauber aus Deutschland wegen der Sperre später am Samstag losfahren oder ihre Reise auf Sonntag verschieben, sei noch unklar, hieß es vom ÖAMTC. Der Experte verwies jedoch darauf, dass bei der Blockade der Brennerroute durch Tirol vor vier Wochen das befürchtete Stauchaos ausgeblieben war, weil Reisende entsprechend umgeplant hatten. Auch am Brenner war eine Verkehrs-Demonstration der Grund für die Sperre.
Als Alternative zur Fernpass-Strecke kommen vor allem zwei großräumige Umfahrungen infrage: Zum einen die Route über Vorarlberg und den Arlberg. Sie führt über die A96 und die österreichische Rheintalautobahn A14 Richtung Tirol. Die zweite Variante führt über die A8 von München bis zum Inntal-Dreieck und dann über die A93 bei Kiefersfelden auf die Inntalautobahn A12. Wer weiter nach Italien will, kann die Brennerautobahn nehmen.