Führerschein in Bayern: Reformpläne, hohe Kosten und drastischer Rückgang bei Fahrschülern
Ein Führerschein ist in Bayern oft eine teure Angelegenheit – die Kosten liegen schon mal bei über 3.000 Euro. Beim Verkehrsgerichtstag in Goslar beraten Experten, wie die Ausbildung günstiger werden könnte. Warum bayerische Fahrschulen aktuell weniger Anmeldungen haben, lest ihr hier.
Ein Führerschein ist für viele ein großer Kostenfaktor. Beim Verkehrsgerichtstag in Goslar diskutieren Fachleute gerade, wie die Führerschein-Kosten gesenkt werden könnten. Das Bundesverkehrsministerium hat bereits verschiedene Reformvorschläge vorgelegt.
Reformpläne: Weniger Theorie, mehr Digitales
Im Oktober hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder Eckpunkte vorgestellt. Vorgesehen sind weniger Fragen im Theorie-Test, digitaler Unterricht und mehr Übungsstunden am Simulator. Diese Maßnahmen sollen die Ausbildung günstiger machen.
Weniger Fahrschüler in Bayern seit Reform-Ankündigung
Seit der Ankündigung der Reform bleiben bayerischen Fahrschulen die Kunden weg. Siegfried Winter, 2. Vorsitzender beim Landesverband Bayerischer Fahrlehrer, berichtete im Dezember gegenüber ANTENNE BAYERN, dass die Zahl der Neuanmeldungen teilweise drastisch zurückgegangen ist – um bis zu 70 Prozent und mehr. Da es im Moment noch keinen konkreten Gesetzesentwurf gebe, mache es für Fahrschüler aus seiner Sicht keinen Sinn, zu warten.
Kritik an den Reformplänen
Winter glaubt nicht, dass der Führerschein wirklich billiger wird. Steigende Kosten für Versicherungen, Kraftstoff und Fahrzeuge würden keine großen Einsparungen zulassen. Die geplante Abschaffung des Präsenz-Theorieunterrichts hält er für wenig sinnvoll. Inhalte könnten beim digitalen Lernen zu kurz kommen, was negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit hätte.
Argumente für die Reformvorschläge
Unfallforscher und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat sehen Vorteile in den geplanten Änderungen. Sie halten weniger Sonderfahrten für möglich, solange wichtige Fahrten wie Autobahn-, Nacht- und Überlandfahrten erhalten bleiben. Simulatoren könnten helfen, bestimmte Situationen gefahrlos zu üben. Auch eine Verschlankung der Theorieprüfung wird befürwortet, solange sicherheitsrelevante Fragen erhalten bleiben.