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Ab Herbst gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder – so bereiten sich Städte und Gemeinden in Bayern auf die neue Herausforderung vor

Ab Herbst gilt in Bayern der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Zunächst profitieren Erstklässler, später alle Jahrgänge. Viele Kommunen stehen vor großen Herausforderungen – von fehlenden Räumen bis zu Personalmangel. Wie die Regionen den Ausbau meistern und welche Lösungen es gibt, erfahrt ihr im Artikel. Alle Informationen dazu gibt’s hier.

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Ganztagsbetreuung für Grundschüler Bayern Uwe Anspach/dpa

Ab Herbst startet in Bayern der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Zunächst gilt er für Erstklässler, schrittweise dann bis zur vierten Klasse. Für viele Städte und Gemeinden ist das eine große Aufgabe: Während einige bereits gut aufgestellt sind, fehlen andernorts noch Räume und Personal.

Förderung und Planung: Der Freistaat unterstützt Kommunen

Seit Januar hat der Freistaat Bayern die Förderkonditionen für den Ausbau der Ganztagsbetreuung verbessert. Neben der Ausstattungsförderung für Bestandsplätze gibt es eine neue „Booster-Förderung“ mit bis zu 70 Prozent Zuschuss. Das Sozialministerium betont, dass ausreichend Fördermittel bis Ende Juni 2028 zur Verfügung stehen. Dennoch kämpfen viele Kommunen mit langen Planungs- und Bauzeiten.

Bedarf und Umsetzung: Kommunen entscheiden über das Angebot

Die Bedarfsplanung liegt bei den Kommunen. Sie erheben den Bedarf vor Ort, der sich aus den Wünschen der Eltern ergibt. Der Anspruch muss nicht an jeder Schule erfüllt werden, sondern im Gebiet des zuständigen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe. Neben Angeboten unter Schulaufsicht wie offene und gebundene Ganztagsschule sowie Mittagsbetreuung können auch Tageseinrichtungen wie Horte genutzt werden.

Regionale Beispiele: Regensburg, Landkreis Regensburg, Deggendorf und Augsburg

  • Regensburg: Rund 78 Prozent der Grundschulkinder nutzen bereits ein Betreuungsangebot. Die Stadt plant, die Quote auf etwa 90 Prozent zu erhöhen und baut Kapazitäten aus. Die Gewinnung von qualifiziertem Personal bleibt eine Herausforderung, daher setzt Regensburg auf Ausbildungsmaßnahmen und Fachkräftezulagen. 
  • Landkreis Regensburg: Mehr als die Hälfte der Grundschulkinder nehmen ein Ganztagsangebot wahr. Die Steuerungsgruppe zum Ganztagsausbau arbeitet eng mit Schulen und Trägern zusammen. Ferienbetreuung wird durch Kooperationen mit anderen Gemeinden und Trägern weiter ausgebaut. 
  • Deggendorf: Knapp 70 Prozent der Grundschulkinder nutzen bereits Ganztagsangebote. Die Stadt ist gut vorbereitet, Neu- oder Umbauten sind nicht notwendig. Mit der AWO Anderland gGmbH wird künftig eine strukturierte Ferienbetreuung angeboten, die besonders berufstätigen Eltern hilft.
  • Augsburg: Die Stadt geht davon aus, genügend Plätze anbieten zu können. Derzeit nutzen rund 60 Prozent der Erstklässler ein Ganztagsangebot. Die größte Herausforderung bleibt die Gewinnung von ausreichend Personal, weshalb Qualifizierungsangebote für Quereinsteiger verstärkt werden.

Wichtige Termine und Anmeldung

Für das Schuljahr 2026/27 müssen Eltern ihren Betreuungsbedarf bis spätestens 30. April bei ihrer Gemeinde anmelden. Die Anmeldung erfolgt meist im Zusammenhang mit der Schuleinschreibung.

Fazit: Bayern stellt sich der Herausforderung

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist ein wichtiger Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Kommunen arbeiten intensiv daran, den Ausbau bedarfsgerecht und verlässlich umzusetzen. Die Unterstützung durch den Freistaat und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Trägern sind dabei zentrale Faktoren.