Bayern verzeichnet mehr Ausreisen als neue Geflüchtete – Innenminister Herrmann sieht Entlastung für Kommunen und kündigt Schließung von Unterkünften an
Die Zahl der Geflüchteten in Bayern sinkt deutlich: Erstmals seit Jahren haben mehr Menschen den Freistaat verlassen als neu hinzugekommen sind. Innenminister Herrmann spricht von einer spürbaren Entlastung für die Kommunen. Welche Gründe es dafür gibt und wie sich die Situation auf die Unterkünfte auswirkt, lest ihr hier.
Die Asylzahlen in Bayern sind im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Erstmals seit Jahren haben mehr Geflüchtete den Freistaat verlassen als neu hinzugekommen sind. Innenminister Joachim Herrmann sieht darin eine Entlastung für die Kommunen und kündigt die Schließung von Unterkünften an.
Weniger neue Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge
Im Jahr 2025 kamen laut Innenministerium 13.865 Asylbewerber neu nach Bayern – das sind 57 Prozent weniger als im Vorjahr. Experten führen den Rückgang unter anderem auf die veränderte politische Lage in Herkunftsländern wie Syrien zurück. Auch die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ging um rund 15 Prozent zurück.
Mehr Abschiebungen und freiwillige Ausreisen
Die Zahl der sogenannten Rückführungen aus Bayern stieg um 21 Prozent auf 3.649. Auch die freiwilligen Ausreisen nahmen zu. Insgesamt verzeichneten die Behörden bei den Aufenthaltsbeendigungen ein Plus von 9 Prozent. Unter den Abgeschobenen waren viele Straftäter – der Anteil lag bei knapp 40 Prozent.
Entlastung für Kommunen: Weniger Menschen in Unterkünften
Die Zahl der Menschen, die von den bayerischen Kommunen untergebracht werden mussten, sank innerhalb eines Jahres um 13.500 auf 124.500. Das bedeutet eine spürbare Entlastung vor Ort. Besonders teure Unterkünfte wie Hotels und Notunterkünfte sollen nach und nach geschlossen werden. Schulturnhallen werden aktuell nicht mehr für die Asylunterbringung genutzt.
Forderungen und Kritik
Innenminister Herrmann fordert eine konsequente Fortsetzung der Steuerung und Begrenzung irregulärer Migration, auch auf EU-Ebene. Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die Entwicklung scharf und sieht darin eine Missachtung des Flüchtlingsrechts sowie eine belastende Situation für Schutzsuchende.