Bayerns Familienministerin Scharf verteidigt das neue Kita-Gesetz – Elternzuschuss bleibt im System, Experten warnen aber vor möglichen Mehrkosten
Das neue Kita-Gesetz in Bayern sorgt für Gesprächsstoff: Familienministerin Scharf betont, dass der 100-Euro-Elternzuschuss nicht gekürzt wird und an die Kitas fließt. Experten warnen dennoch vor möglichen Mehrkosten für Eltern. Alle Informationen dazu gibt’s hier.
Das neue Kita-Gesetz in Bayern sorgt aktuell für viele Diskussionen. Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) verteidigt die Reform und stellt klar: Der Elternbeitragszuschuss werde nicht gekürzt, das Geld stehe weiter zur Verfügung. Ziel sei eine Vereinfachung der Bürokratie und weniger Anträge für Eltern und Einrichtungen.
Scharf sagte gegenüber ANTENNE BAYERN: „Der Elternbeitragszuschuss in Summe bleibt finanziell in diesem Finanzierungssystem. Er wird technisch nur umgestellt, damit wir auch die Entbürokratisierung spüren, nämlich 10.000 Anträge weniger.“ Sie betont außerdem: „Ich kann den Eltern die Sorge nehmen, dass diese 100 Euro gestrichen werden. Das stimmt so einfach nicht.“
Das werden im Endausbau zusätzlich drei Milliarden Euro sein, die in das System fließen und unsere Kitas stabilisieren.
Familienministerin Ulrike Scharf
Mehr Geld für Kitas – Experten warnen trotzdem
Der Freistaat Bayern erhöht seine Zuschüsse für die Kitas um 25 Prozent. Insgesamt fließen drei Milliarden Euro zusätzlich ins System. Trotzdem weisen Kita-Träger in einer Expertenanhörung im Landtag darauf hin, dass weiterhin ein strukturelles Defizit besteht. Sie befürchten, dass die Reform nicht ausreicht, um stabile oder sinkende Elternbeiträge zu garantieren. In einigen Kommunen könnten die Gebühren für Eltern steigen. "Die Reform weckt da eine Erwartung, die wir so nicht einlösen können", sagt Daniela Pätzel vom Bayerischen Roten Kreuz.
Zur Frage, ob die Reform zu höheren Elternbeiträgen führt, sagt Ministerin Scharf: „Nein, die Reform ist kein Anlass, Beiträge zu erhöhen. Der Elternbeitragszuschuss bleibt zu 100 Prozent im System. Ich bitte die Kommunen, bei Erhöhungen transparent zu sein und immer den sozialen Aspekt im Blick zu behalten.“
Personalsituation in Bayerns Kitas verbessert sich
Eine positive Nachricht: In vielen Kitas in Bayern verbessert sich laut Scharf die Personalsituation. Das liegt zum einen daran, dass es weniger Kinder gibt, zum anderen an mehr ausgebildeten Fachkräften und Quereinsteigern. Laut einer Studie des Familienministeriums könnte der Personalmangel im nächsten Jahr überwunden sein. Ministerin Scharf sagt dazu: „Wir hören kaum noch von Personalmangel. Das liegt daran, dass wir die richtigen Weichen gestellt haben, etwa mit Qualifizierungsprogrammen für Quereinsteiger und dem Ausbau der Fachakademien.“