Schaeffler baut Altersteilzeit aus
Die Politik will gerade die Rente mit 63 abschaffen. Der Zulieferer Schaeffler baut die Altersteilzeit aus. Zusätzliche 1.300 Stellen sollen so perspektivisch eingespart werden.
Herzogenaurach (dpa) - Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler will in den kommenden Monaten 1.300 Mitarbeitende über zusätzliche Altersteilzeitlösungen abbauen. Angesprochen würden Mitarbeiter der Jahrgänge 1971 und älter, teilte Schaeffler in Herzogenaurach mit. Das Unternehmen rechnet dadurch mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 51 Millionen Euro. Es habe bereits in der Vergangenheit eine große Nachfrage seitens der Belegschaft nach Altersteilzeitmöglichkeiten gegeben.
Umsatz bröckelt, Profitabilität steigt
Schaeffler legte zudem seine Halbjahreszahlen für die ersten sechs Monate des Jahres 2026 vor. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Umsätze um 1,5 Prozent auf 11,667 Milliarden Euro. Währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 0,4 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit sank um knapp 2.000 auf 108.912. Vor Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten blieb im ersten Halbjahr ein Gewinn von 549 Millionen Euro - 14 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
Als einzige der vier Schaeffler-Sparten verzeichnete im ersten Halbjahr die E-Mobilität ein Umsatzwachstum - um 7,2 Prozent auf 2,578 Milliarden Euro. Allerdings hatte das Unternehmen auch hier erst vor kurzem seine Prognose zurücknehmen müssen. Die Wachstumskurve werde nicht so steil verlaufen, wie ursprünglich angenommen, hatte Vorstandschef Klaus Rosenfeld erklärt - vor allem wegen der Förderpolitik von US-Präsident Donald Trump, der Zuschüsse für den Kauf von E-Autos gestrichen hatte. Schaeffler hatte sein Mittelfristziel, bei der E-Mobilität im Jahr 2028 profitabel zu werden, korrigiert. Jetzt wird für dieses Jahr eine Marge zwischen minus vier und null Prozent angestrebt.
Mehr Rüstung und Roboter
Schaeffler hatte bereits vor geraumer Zeit angekündigt, seine Aktivitäten zu diversifizieren und sich von der Automobilindustrie unabhängiger zu machen. Unter anderem sollen Aktivitäten in der Verteidigungsindustrie und bei der Herstellung von Komponenten für humanoide Roboter künftig Umsätze bringen.