Tarifverhandlungen in der Metallindustrie haben begonnen
Einen Tag nach Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen geht es auch im Freistaat los. Die Runde dürfte schwierig werden.
München (dpa/lby) - Die Tarifverhandlungen für die mehr als 800.000 Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben begonnen. Einen Tag nach ihren Kollegen aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben sich die bayerische IG Metall und Arbeitgebervertreter in München getroffen. Zuvor hatte die Gewerkschaft bereits vor dem Verhandlungsort demonstriert.
Dass bereits in der ersten Verhandlungsrunde ein Ergebnis erzielt wird, gilt als ausgeschlossen. Vielmehr werden schwierige Verhandlungen erwartet. Das liegt unter anderem daran, dass es wichtigen Teilen der Metall- und Elektroindustrie wie der Autoindustrie derzeit eher schlecht geht. Es gibt aber auch gut laufende Bereiche wie die Rüstung.
Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem will die Gewerkschaft eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage.
Insbesondere diese Gewinnbeteiligung wird von den Arbeitgebern strikt abgelehnt. Ende September hatte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgebervereinigung vbm, Bertram Brossardt, betont, dass die IG Metall damit «die Axt an den Flächentarifvertrag» lege. Zudem bezeichnete er die Forderungen als «deutlich überzogen». Für einen Großteil der Betriebe sei die Lage «äußerst angespannt». Der Verhandlungsführer der IG Metall, Horst Ott, sprach dagegen im Vorfeld der Gespräche von einer «Forderung mit Augenmaß».