Umfrage in Bayern: Bürger wünschen sich flexiblere Öffnungszeiten, bessere Erreichbarkeit und digitale Angebote in der Verwaltung
Eine neue Umfrage der Bayerischen Verwaltungsschule zeigt: Viele Menschen in Bayern wünschen sich flexiblere Öffnungszeiten und mehr digitale Angebote bei Ämtern. Gleichzeitig gibt es Sorgen vor Überforderung durch die Digitalisierung. Alle Ergebnisse und Hintergründe lest ihr hier.
Eine repräsentative Umfrage der Bayerischen Verwaltungsschule (BVS) zeigt, was sich die Menschen in Bayern von ihrer Verwaltung wünschen: Mehr Flexibilität bei den Öffnungszeiten, bessere Erreichbarkeit und digitale Angebote. Gleichzeitig bewerten fast 90 Prozent der Befragten ihre bisherigen Kontakte mit den Behörden als positiv.
Was ist die Bayerische Verwaltungsschule (BVS)?
Die Bayerische Verwaltungsschule ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Hauptsitz in München. Sie ist die größte ihrer Art in Deutschland. Ihr Auftrag: Die Aus- und Fortbildung der Beschäftigten und Beamten in bayerischen Gemeinden, Landkreisen und Bezirken. Die BVS unterstützt Verwaltungen im Freistaat dabei, sich für die Herausforderungen der Zukunft fit zu machen.
Viele Bürger fordern flexiblere Öffnungszeiten und bessere Erreichbarkeit
Laut der Umfrage wünschen sich 55 Prozent der Befragten flexiblere Öffnungszeiten bei Ämtern und eine bessere Erreichbarkeit. Besonders für Berufstätige und Familien sind die aktuellen Zeiten oft schwer mit dem Alltag vereinbar.
Digitalisierung: Wunsch nach Online-Angeboten, aber auch Sorgen
Die Mehrheit der Menschen in Bayern möchte ihre Behördengänge am liebsten digital erledigen. Gleichzeitig gibt es aber auch Bedenken: Jeder vierte Befragte fühlt sich von der Digitalisierung überfordert – vor allem ältere Menschen. Der Vorstand der Verwaltungsschule, Hans-Christian Witthauer, betont: „Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Sie muss für alle nutzbar sein und nicht nur für die, die digital affin sind.“ Deshalb brauche es Unterstützungsangebote.
Kommunikation, Transparenz und wirtschaftliche Perspektiven
Ein weiteres zentrales Anliegen ist für viele Bürger eine bessere Kommunikation und Transparenz in der Verwaltung. 39 Prozent wünschen sich mehr Einblick in Entscheidungsprozesse und verfügbare Angebote. Auch die wirtschaftliche Entwicklung – besonders im ländlichen Raum – ist für 77 Prozent der Befragten ein wichtiges Thema. Die Verwaltung soll aktiv zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen beitragen.
Künstliche Intelligenz: Offenheit, aber auch Forderung nach Sicherheit
Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz stoßen bei 70 Prozent der Befragten auf Zustimmung. Gleichzeitig fordern 75 Prozent absolute Transparenz und Sicherheit beim Einsatz von KI in der Verwaltung. Fast die Hälfte hat Bedenken, sich zu sehr auf Technik verlassen zu müssen.
Gleichstellung und Servicequalität als weitere Schwerpunkte
Für drei Viertel der Befragten ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in Behörden ein zentrales Anliegen.
Die Menschen in Bayern wünschen sich eine moderne, bürgernahe und unterstützende Verwaltung, die auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist. Besonders positiv: Fast 90 Prozent der Befragten bewerten ihre bisherigen Kontakte mit den Behörden als gut oder sehr gut.