Weitere Termine für Prozess um Auto-Attacke auf Verdi-Demo
Vor einem Jahr raste ein Autofahrer in München in einen Demo-Zug, tötete Mutter und Kind und verletzte Dutzende Menschen. Für die juristische Aufarbeitung nimmt sich das Gericht nun noch mehr Zeit.
München (dpa/lby) - Im Prozess um den Auto-Anschlag auf eine Demonstration in München mit zwei Toten hat das Oberlandesgericht weitere Termine angesetzt. Bisher waren Verhandlungstage bis in zum 25. Juni geplant, nun sind 13 weitere bis zum 12. August festgesetzt.
Seit Mitte Januar verhandelt hat der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts gegen einen 25 Jahre alten Afghanen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem zweifachen Mord und 44-fachen Mordversuch vor. Sie geht von islamistischem Terrorismus als Motiv aus.
Der Mann war am 13. Februar vergangenen Jahres mit einem Kleinwagen in eine friedliche Demonstration der Gewerkschaft Verdi gerast. Der Wagen erfasste zuerst ein zwei Jahre altes Kind im Kinderwagen und seine Mutter. Die beiden wurden so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später sterben. 44 weitere Menschen werden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.
Gedenken zum Jahrestag
Zum Jahrestag an diesem Freitag haben Stadt München und Gewerkschaft Verdi am Tatort zu einem Gedenken eingeladen. Dabei werden Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sprechen.
Viele der Betroffenen von damals leiden bis heute teils unter körperlichen, teils unter psychischen Folgen des Geschehens. Manche konnten bis heute ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen. Viele der Überlebende sowie Angehörige der Toten sind Nebenkläger vor Gericht. Dass dieses weitere Termine angesetzt habe, zeige, dass «es eine akribische Aufklärung anstrebt.» sagt der Berliner Nebenklageanwalt Onur Özata.