Rosalie Thomass: Ältere Frauen in Filmbranche benachteiligt
Neue «Tatort»-Kommissarin und Hauptdarstellerin im Kinofilm «Lügen über meine Mutter»: Es läuft gut für Rosalie Thomass - und doch sieht sie Einiges im Filmgeschäft kritisch.
Hamburg (dpa) - Schauspielerin Rosalie Thomass sieht ältere Frauen in der Filmbranche benachteiligt. «Es stimmt, dass Frauen über 40 Jahre weitaus weniger im Film repräsentiert sind», zitierte der «Stern» die 39-Jährige, die heute im Ersten ihre Premiere als «Tatort»-Kommissarin hat. Auch den Umgang mit weiblichen Körpern am Filmset kritisierte die Darstellerin.
Bei Kostümproben sei es sonst immer darum gegangen, sie möglichst schlank aussehen zu lassen. Bei den Dreharbeiten zum aktuellen Kinofilm «Lügen über meine Mutter» - Thomass spielt die Hauptrolle und hatte das Drehbuch geschrieben - sei das erstmals anders gewesen. «Ich hatte eine riesige Freude daran, dass mein Körper Platz hatte und als Arbeitsinstrument willkommen war - und kein Hindernis, das man möglichst dünn wirken lassen musste», sagte Thomass im «Stern»-Interview.
Zum Thema Alter schilderte sie: «Seit ich 28 bin, bekam ich konsequent Rollen angeboten, die um die 40 sind.» Ihr sei lange erklärt worden, dass sie alterslos aussehe. Dann habe sie verstanden: «Ihr wollt einfach eine 40-jährige Frau mit einer 28-Jährigen besetzen, weil Frauen in Filmen möglichst jung, drall und frisch aussehen sollen.» Wegen der Altersfrage habe sie auch schon Rollen abgelehnt.