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Einsam an Weihnachten 2026? Diese Hilfen und Angebote gibt es

Die Feiertage sollen eine Zeit des Zusammenseins sein. Für manche sind sie aber besonders schwer. Wir haben für euch zusammengestellt, wo ihr an Weihnachten jemanden zum Reden findet, wo ihr Gesellschaft bekommt und wohin ihr euch in einer Krise wenden könnt.

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Weihnachtsbaum Schatten Weihnachten Foto: Jürgen Acker/Adobe Stock

Ob die Familie weit weg wohnt, Freunde fehlen oder eine Trennung noch weh tut: Einsamkeit kann an Weihnachten besonders belasten. Ihr seid damit nicht allein. In diesem Jahr ist Heiligabend ein Donnerstag, die Feiertage fallen auf Freitag und Samstag. Viele Angebote sind trotzdem für euch da.

In einer akuten Notlage:
Bei Gefahr für Leib und Leben wählt den Notruf 112, bei akuter Gewalt die Polizei unter 110. In seelischen Krisen helfen die Krisendienste Bayern unter 0800 655 3000 und die TelefonSeelsorge unter 116 123. Beide sind rund um die Uhr erreichbar, auch an den Feiertagen.

Die Angebote im Überblick

Gesprächs- und Hilfsangebote über die Feiertage
Angebot Für wen Erreichbar Kontakt
TelefonSeelsorge alle rund um die Uhr, auch an Feiertagen 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123
Krisendienste Bayern alle in Bayern täglich rund um die Uhr 0800 655 3000
Silbernetz ab 60 Jahren täglich 8 bis 22 Uhr; zwischen Heiligabend und Neujahr nach Anbieterangaben rund um die Uhr 0800 4 70 80 90
Malteser Plaudernetz ab 18 Jahren täglich 10 bis 22 Uhr 0800 330 1111
krisenchat unter 25 Jahren rund um die Uhr per WhatsApp oder SMS
Nightlines Studierende je nach Stadt abends nightlines.eu

Alle Nummern sind kostenfrei und anonym. Bei hohem Andrang kann es sein, dass die Leitungen kurz belegt sind. Versucht es dann einfach etwas später noch einmal.

Jemanden zum Reden: Telefon und Chat

TelefonSeelsorge: ein offenes Ohr für alle

Die TelefonSeelsorge hört zu, rund um die Uhr, auch an Heiligabend und an den Feiertagen. Ihr erreicht sie unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Das Gespräch ist kostenlos, und ihr bleibt anonym.

Wer lieber schreibt, kann den Chat oder die Mail-Beratung nutzen. Dafür legt ihr euch vorher ein Konto mit einem Benutzernamen und einer E-Mail-Adresse an. Euren echten Namen braucht ihr nicht zu nennen.

Silbernetz: für Menschen ab 60

Das Silbernetz ist für Menschen ab 60 Jahren da, die sich einsam fühlen oder einfach mal reden möchten. Die Nummer 0800 4 70 80 90 ist täglich von 8 bis 22 Uhr erreichbar, anonym, vertraulich und kostenlos. Über die Feiertage gibt es das Feiertagstelefon: 2025 war es von Heiligabend um 8 Uhr bis Neujahr um 22 Uhr rund um die Uhr besetzt. Die Zeiten für dieses Jahr stehen auf der Website des Silbernetzes.

Malteser Plaudernetz

Beim Plaudernetz der Malteser könnt ihr unter 0800 330 1111 täglich von 10 bis 22 Uhr anrufen. Das Angebot richtet sich an Menschen ab 18 Jahren, die sich ein Gespräch wünschen. Am Telefon landet ihr bei Ehrenamtlichen, die sich Zeit für ein Gespräch nehmen. Worüber ihr redet, entscheidet ihr, zum Beispiel über Hobbys, Rezepte, Haustiere oder den Alltag. Das Gespräch ist kostenlos und anonym, ihr stellt euch nur mit dem Vornamen vor.

Wichtig: Das Plaudernetz ist kein Beratungs- oder Notfalltelefon. Wenn ihr in einer Krise steckt oder professionelle Hilfe braucht, wendet euch an die TelefonSeelsorge oder die Krisendienste Bayern.

krisenchat: für alle unter 25

Der krisenchat bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren kostenlose Beratung per Chat. Ihr erreicht ihn rund um die Uhr über WhatsApp und SMS, ohne Anmeldung. Auf https://jugendnotmail.de/ können Kinder und Jugendliche ebenfalls per Mail und Chat Hilfe bekommen.

Nightlines: Studierende hören zu

Die Nightlines sind Zuhörangebote von Studierenden für Studierende. Wann welche Nightline erreichbar ist, hängt von der Stadt und vom Wochentag ab. Die Übersicht findet ihr auf nightlines.eu.

Krisendienste Bayern: Hilfe in seelischen Notlagen

Eine Krise hält sich nicht an Öffnungszeiten. Wer sich in einer seelischen Notlage befindet, kann sich in Bayern täglich rund um die Uhr an die Krisendienste Bayern wenden: 0800 655 3000. Der Anruf ist kostenlos, muss aber aus dem Mobilfunk- oder Festnetz innerhalb Bayerns erfolgen. Auch Angehörige und Fachstellen können anrufen.

Am Telefon hören euch geschulte Beraterinnen und Berater zu, klären mit euch die Situation und zeigen Wege aus der Krise. Wenn nötig, kann innerhalb einer Stunde ein mobiles Einsatzteam zu euch kommen. Die Beratung gibt es in über 120 Sprachen. Chat oder E-Mail bieten die Krisendienste nicht an. Hierfür gibt es die TelefonSeelsorge.

Weitere bundesweite Hilfetelefone

Manchmal steckt hinter der Einsamkeit mehr: Streit, Gewalt, eine Schwangerschaft oder Sorgen um ein Kind. Diese bundesweiten Hilfetelefone sind kostenlos und anonym. Bei akuter Gefahr wählt ihr den Notruf 110 oder 112.

Rund um die Uhr erreichbar, auch an Feiertagen:

  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen": 116 016 (oder 08000 116 016). Beraten werden Frauen, die Gewalt erlebt haben, aber auch Angehörige und Freunde. Per Chat und Mail ist die Beratung ebenfalls möglich.
  • Hilfetelefon „Schwangere in Not": 0800 40 40 020. Die Beraterinnen helfen Schwangeren und ihrem Umfeld, auch zur vertraulichen Geburt, in 19 Sprachen.

Nur zu bestimmten Zeiten, an Feiertagen oft nicht besetzt:

  • Hilfetelefon „Gewalt an Männern": 0800 123 99 00, Montag bis Donnerstag 8 bis 20 Uhr, Freitag 8 bis 15 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen ist es nicht besetzt. Mail- und Chat-Beratung gibt es zusätzlich.
  • Hilfe-Telefon „Sexueller Missbrauch": 0800 22 55 530, Montag, Mittwoch und Freitag 9 bis 14 Uhr, Dienstag und Donnerstag 15 bis 20 Uhr. An bundesweiten Feiertagen sowie am 24. und 31. Dezember ist es nicht besetzt. Außerhalb dieser Zeiten könnt ihr online eine Nachricht schreiben.
  • Nummer gegen Kummer, Kinder- und Jugendtelefon: 116 111, Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr, samstags beraten Jugendliche. Per Chat erreicht ihr das Team Montag bis Donnerstag 14 bis 20 Uhr. Wer eine Nachricht schreibt, bekommt innerhalb von zwei Tagen eine Antwort. Eltern erreichen das Elterntelefon unter 0800 111 0550 (Montag, Mittwoch und Freitag 9 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 bis 19 Uhr).

Tipp: Wenn ihr an einem Feiertag niemanden erreicht, wählt die TelefonSeelsorge (116 123) oder die Krisendienste Bayern (0800 655 3000). Beide sind immer da.

Gemeinsam feiern: Aktionen gegen Einsamkeit

Wir Weihnachten: Aktionen in der Nachbarschaft

Die Initiative „Wir Weihnachten" der nebenan.de Stiftung bringt Menschen in der Nachbarschaft zusammen. Sie läuft vom 1. November bis 31. Dezember. Nachbarn, Vereine und Organisationen laden zum Plätzchenbacken, Spazierengehen, Wintergrillen oder Basteln ein. Alle Aktionen stehen auf einer Karte, 2025 waren es bundesweit über 2.300. Schaut auf nebenan.de, was in eurer Umgebung los ist. Ihr könnt auch selbst eine Aktion anbieten.

Digitale Weihnachtsfeier von „Wege aus der Einsamkeit"

Der Verein Wege aus der Einsamkeit lädt jedes Jahr am 25. Dezember um 15 Uhr zu einer Weihnachtsfeier per Zoom ein, mit Geschichten, Musik, Rätseln und Spielen. Jeder darf etwas beitragen. Die Zugangsdaten bekommt ihr nach einer Anmeldung per E-Mail. Den Termin und die Kontaktadresse für dieses Jahr findet ihr auf der Website des Vereins.

Keine(r)BleibtAllein: Gäste und Gastgeber vermitteln

Die ehrenamtliche Initiative Keine(r)BleibtAllein vermittelt an Weihnachten und Silvester Gäste und Gastgeber im deutschsprachigen Raum. So geht es: Ihr schreibt der Initiative eine Nachricht über Facebook oder Instagram. Gebt euren Ort, euer Alter und an, ob ihr Gesellschaft sucht oder jemanden einladen möchtet. Nennt auch, ob es um Weihnachten, Silvester oder beides geht.

Habt ihr einen Vorschlag bekommen, schreibt euch zuerst gegenseitig. Gebt nicht sofort eure Adresse heraus. Wenn ihr unsicher seid, trefft euch erst an einem neutralen Ort, zum Beispiel in einem Café oder auf dem Weihnachtsmarkt. Meldet euch am besten früh. Eine Garantie für eine passende Vermittlung gibt es nicht. Wie die Aktion in diesem Jahr genau läuft, steht auf der Website.

Tipps für die Feiertage allein

Wenn ihr Weihnachten allein verbringt, kann etwas Planung helfen:

  • Tage vorbereiten: Kauft rechtzeitig ein, denn viele Geschäfte und Angebote haben zu. Überlegt vorher, was ihr mit der Zeit anfangen möchtet.
  • Struktur geben: Feste Zeiten für Essen, Spaziergang oder einen Film halten den Tag zusammen.
  • Nicht überfordern: Drei freie Tage sind keine Pflicht für große Projekte. Plant Dinge, die euch guttun.
  • Kontakt aufnehmen: Ein kurzer Anruf bei einem Freund oder einer Bekannten kann viel bewirken.
  • Hilfe holen: Wenn ihr merkt, dass ihr reden müsst, nutzt die Nummern oben. Ihr müsst dafür keine akute Krise haben.

Warum Einsamkeit ernst zu nehmen ist

Einsamkeit tut nicht nur weh, sie kann auch die Gesundheit belasten. Das Silbernetz verweist darauf, dass chronische Einsamkeit das Immunsystem schwächen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Demenz erhöhen kann. Umso wichtiger ist es, sich Unterstützung zu holen.

Weitere Hilfe vor Ort

Viele Orte haben eigene Angebote, etwa Weihnachtsfeiern in Pfarreien, Nachbarschaftstreffs, Mehrgenerationenhäuser oder Wohlfahrtsverbände. Informationen dazu findet ihr in der Lokalzeitung, auf der Website eurer Gemeinde oder bei eurer Stadt.

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