Zum Hauptinhalt springen

Christbaum essen?! Mit diesen Rezepten muss euer Baum nicht in die Tonne

Aus den Nadeln eures Christbaums lassen sich Kräutersalz, Sirup, Tee und Likör machen. Das sind die Rezepte und das müsst ihr beachten.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG ANTENNE BAYERN Logo
Tannezweige Foto: Adobe Stock / Madeleine Steinbach

Den Christbaum aufessen?! Klingt kurios, aber ja, das geht! Aus den Nadeln lassen sich zahlreiche Köstlichkeiten zaubern. Das ist nicht nur lecker, sondern auch gut für die Umwelt. Hier verraten wir euch, was ihr aus dem Baum machen könnt. Vorher aber ein wichtiger Hinweis: Nicht jeder Baum ist dafür geeignet.

Auf einen Blick:

Christbaum essen: Das müsst ihr vorher wissen

Damit ihr euren Christbaum essen könnt, muss schon beim Kauf alles stimmen:

  • Kein Gift im Baum: Entscheidet euch für einen nachhaltigen Baum ohne Pestizide, am besten mit Bio-Siegel. Nur dann lässt er sich für Lebensmittel verwenden. Bei Bäumen aus Baumarkt oder Straßenverkauf könnt ihr das meist nicht wissen.
  • Die richtige Baumart: Für unsere Rezepte eignen sich in erster Linie Tannen oder Fichten.
  • Finger weg von Eibe und Co.: Die Nadeln der Eibe sind giftig und dürfen auf keinen Fall verwendet werden. Das gilt auch für Thuja und Zypresse. Wenn ihr nicht sicher seid, welche Baumart ihr habt, lasst es lieber.
  • Gründlich waschen: Spült die Nadeln vor dem Verarbeiten gut ab.
  • Mit Maß genießen: Nadeln enthalten viele ätherische Öle. Genießt sie in kleinen Mengen. Für Schwangere sind Zubereitungen mit Tannennadeln nicht geeignet. Kleinen Kindern gebt ihr sie besser nur schwach dosiert.

Mehr zu Bio-Bäumen und Siegeln findet ihr in unserem Artikel zur Umweltbilanz: Plastik oder echt: Welcher Christbaum ist besser für die Umwelt?

    Kräutersalz aus Tannennadeln

    Ähnlich wie Rosmarin lassen sich Tannennadeln als köstliches Gewürz verwenden.

    Ihr braucht:

    • getrocknete Tannennadeln
    • hochwertiges Salz

    So geht's:
    1. Die getrockneten Nadeln für ein besonders gutes Aroma vorher leicht rösten: bei 150 °C (Ober-/Unterhitze) einige Minuten in den Backofen schieben.
    2. Die Nadeln mit einem Mörser oder in einer Gewürzmühle fein mahlen.
    3. Mit dem Salz vermischen. Fertig ist das Kräutersalz!

    Unser Tipp:
    Das Kräutersalz ist lange haltbar und eignet sich im nächsten Jahr prima als Weihnachtsgeschenk.

    Fichtenspitzensirup

    Wer den Christbaum lieber trinken statt essen möchte, macht einen Sirup.

    Ihr braucht:

    • 1 Handvoll Nadeln (Tanne oder Fichte)
    •  ca. 200 ml Wasse
    • ca. 200 g brauner Zucker

    So geht's:

    1. Die Nadeln in einen Topf mit kochendem Wasser geben.
    2. Etwa 20 Minuten aufkochen.
    3. Den Sud durch ein Sieb von den Nadeln trennen.
    4. Den Sud mit dem braunen Zucker vermengen und noch einmal aufkochen.
    5. Den fertigen Sirup am besten noch heiß in Glasflaschen abfüllen.

    Der Sirup ist sehr aromatisch, nehmt ihn deshalb sparsam. Ein bis zwei Teelöffel pro Tasse reichen.

      Tannennadel-Tee

      Ihr wollt ohne Zucker auskommen? Dann gießt ihr einfach nur die Nadeln auf.

      Ihr braucht:

      • 1 Handvoll Nadeln
      • ca. 200 ml heißes Wasser

      So geht's:
      1. Die Nadeln mit dem heißen Wasser aufgießen.
      2. Etwa zwei Minuten ziehen lassen.
      3. Durch ein Sieb abgießen und genießen.

      Tannennadellikör

      Und wer es gerne etwas stärker mag, macht aus dem Sirup einen Likör.

      Ihr braucht:

      • den fertigen Fichtenspitzensirup
      • 500 ml 40-prozentigen Alkohol, zum Beispiel Wodka oder Korn

      So geht's:
      Gebt den Alkohol zum fertigen Sirup. Fertig ist der Tannennadellikör! Bitte nur für Erwachsene und nicht für Schwangere.

      Häufige Fragen zum Christbaum essen

      Kann man den Christbaum wirklich essen?

      Ja, zumindest die Nadeln. Daraus lassen sich Kräutersalz, Sirup, Tee und Likör machen. Das Holz des Baums wird nicht gegessen.

      Welche Christbäume sind zum Essen geeignet?

      In erster Linie Tannen und Fichten. Der Baum sollte aus nachhaltigem Anbau stammen und ohne Pestizide gewachsen sein.

      Welche Bäume darf ich nicht essen?

      Die Nadeln der Eibe sind giftig und dürfen auf keinen Fall verwendet werden. Auch Thuja und Zypresse solltet ihr meiden. Wenn ihr die Baumart nicht sicher kennt, verwendet die Nadeln nicht.

      Kann ich die Nadeln von einem Baum aus dem Baumarkt essen?

      Besser nicht. Viele Bäume aus dem Handel sind mit Pestiziden belastet. Beim BUND-Test waren rund zwei Drittel der Stichproben betroffen. Nehmt nur Nadeln von Bio-Bäumen oder von Bäumen, bei denen ihr sicher wisst, dass sie ungespritzt sind.

      Woran erkenne ich einen Baum ohne Pestizide?

      Am besten an einem Bio-Siegel wie dem EU-Bio-Siegel, Naturland, Bioland, Demeter, Biokreis oder FSC. Oder ihr fragt beim Förster oder Bauern nach, wie der Baum gewachsen ist.

      Muss ich die Nadeln vor dem Kochen waschen?

      Ja, spült sie gründlich ab. Auch bei Bio-Bäumen können sich Schmutz und Staub auf den Nadeln absetzen.

      Wie macht man Tannennadel-Tee?

      Eine Handvoll Nadeln mit etwa 200 ml heißem Wasser aufgießen und rund zwei Minuten ziehen lassen. Dann absieben.

      Wie macht man Tannennadelsirup?

      Eine Handvoll Nadeln mit 200 ml Wasser etwa 20 Minuten kochen. Den Sud absieben, mit 200 g braunem Zucker mischen und noch einmal aufkochen. Heiß in Glasflaschen füllen.

      Wie macht man Tannennadellikör?

      Gebt zum fertigen Sirup 500 ml 40-prozentigen Alkohol, zum Beispiel Wodka oder Korn.

      Wie macht man Kräutersalz aus Tannennadeln?

      Trocknet die Nadeln, röstet sie bei 150 °C einige Minuten im Ofen, mahlt sie fein und mischt sie mit hochwertigem Salz.

      Für wen sind Tannennadeln nicht geeignet?

      Für Schwangere nicht. Kleinen Kindern gebt ihr sie besser nur schwach dosiert. Nadeln enthalten viele ätherische Öle, deshalb gilt: nur in kleinen Mengen.

      Was kann ich sonst mit dem Christbaum machen?

      Ihr könnt ihn als Winterschutz im Beet nutzen, als Unterschlupf für Kleintiere im Reisighaufen oder häckseln und kompostieren. Wie ihr ihn richtig entsorgt, lest ihr in unserem Artikel dazu.

      Mehr zum Thema: