26.02.2019 | Familie & Kinder Schlaf-Studie: So viel weniger schlafen junge Eltern nach Geburt ihres Kindes

Dass Babys und Kleinkinder für schlaflose Nächte sorgen können, wissen wohl alle Eltern nur allzu gut. Forscher in Großbritannien haben jetzt mit Daten aus Deutschland analysiert, wie sehr der Schlaf beeinträchtigt wird. Ein Ergebnis: Es dauert Jahre, bis Mutter und Vater wieder so schlafen können wie vor der Geburt ihres ersten Kindes.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Dass Babys und Kleinkinder für schlaflose Nächte sorgen können, ist wohl allen Eltern geläufig. Wie sehr der Schlaf beeinträchtigt wird, haben Forscher der Universität Warwick in Großbritannien nun mit Daten aus Deutschland analysiert. 

Bis zu sechs Jahre gestörter Schlaf

Demnach dauert es nach der Geburt des ersten Kindes bis zu sechs Jahre, bis Mutter und Vater wieder so schlafen können wie davor. Härter trifft es meist die Mütter, erläutert Sakari Lemola vom Psychologischen Institut der Universität. Frauen leiden nach der Geburt eines Kindes in der Regel häufiger an Schlafstörungen als Männer. Dies liege daran, dass Mütter nach wie vor häufiger als Väter die primären Bezugspersonen seien. In den ersten sechs Monaten seien die Auswirkungen auf stillende Mütter zudem größer. Erstlingseltern hätten es schwieriger als erfahrene Eltern mit mehr Kindern, so Lemola.

Weniger Schlaf: Mütter stärker betroffen als Väter

Nach seinen Worten schlafen Mütter im Durchschnitt in den ersten drei Monaten, innerhalb derer ein Tiefpunkt erreicht wird, eine Stunde weniger als vor der Geburt. Bei den Vätern sind es 15 Minuten weniger

Das bessere sich mit zunehmendem Alter des Nachwuchses, aber selbst wenn die Kinder bereits vier bis sechs Jahre alt sind, schlafen Frauen der Studie zufolge noch 20 Minuten und Väter 15 Minuten weniger pro Nacht als vor der Geburt.

Auf diese Daten stützen Forscher ihre Aussagen

Für die Untersuchung über Langzeiteffekte von Schwangerschaft und Geburt auf die Schlafzufriedenheit und -dauer wurden die Antworten von 2.541 Müttern und 2.118 Vätern des sogenannten sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2008 bis 2015 ausgewertet. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Wiederholungsbefragung im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

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