22.01.2020 | Haus & Garten Anti-Keim-Tipps zu Ekel-Studie! So viele Bakterien tummeln sich in Waschmaschinen

Mögliche Krankmacher in der Waschmaschine, Stinker im Bullauge! Die Hochschule Furtwangen hat jetzt eine neue Studie veröffentlicht, wie viele Bakterien in unseren Waschmaschinen vorkommen. Die Forscher liefern eklige Zahlen und Tipps, wie wir unsere Maschinen richtig sauber halten.

Foto: Armin Weigel/dpa

Sie sind echte Drecksschleudern, wenn wir uns diese schmutzigen Zahlen anschauen!

Forscher der Hochschule Furtwangen haben in einer Studie genauer untersucht, welche Bakterien sich in unseren Waschmaschinen tummeln. Eines der wichtigsten und zugleich einfachsten Ergebnisse: Es sind VIELE!

In 50 Proben aus 13 Haushaltswaschmaschinen fanden die Wissenschaftler 229 verschiedene Arten von Bakterien. Bis zu 60 Prozent der zehn am häufigsten entdeckten Arten wurden sogar als potenziell krankmachend eingestuft.

Wo sammeln sich die meisten Bakterien?

An jeder Stelle der Waschmaschine, wo Proben genommen wurden, fand sich eine eigene, typische Gemeinschaft. Generell dominierten Wasserbakterien, auf den Wäschefasern auch typische Hautbakterien. Die höchste Vielfalt von Bakterien zeigte die Einspülkammer.

Bullaugendichtung

Das als Ursache von schlechtem Geruch bekannte Bakterium Moraxella osloensis wurde in 9 von 13 Bullaugendichtungen und damit am häufigsten gefunden. „Moraxella osloensis ist hart im Nehmen und hält die stark wechselnden Umweltbedingungen in der Bullaugendichtung anscheinend bestens aus.“

Anti-Keim-Tipp: „Um Wäsche- und Maschinengeruch vorzubeugen, sollte die Dichtung regelmäßig gereinigt und die Maschine zum Trocknen offen gelassen werden“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Markus Egert.

Beim Saubermachen sollte auch das Glas und der Faltenbalg (Gummiring, indem sich oft Wasser sammelt) der Tür regelmäßig geputzt werden. Wasser und Haushaltsreiniger reichen dafür aus.

Übrigens: Essig gilt nicht als geeignetes Reinigungsmittel, um die Waschmaschine zu putzen. Es greift Gummidichtungen und Kunststoffteile an.

Einspülkammer

In der Einspülkammer der Waschmaschinen findet sich besonders das Bakterium Brevundimonas vesicularis. Es handelt sich um ein typisches Wasserbakterium. Für Immungeschwächte ist es gefährlich, weil es Infektionen auslösen kann. Für Gesunde ist der Keim harmlos.

Anti-Keim-Tipp: Die Einspülkammer regelmäßig herausnehmen und in der Spülmaschine waschen. Dazu nach jedem Waschen die Waschmittel-Schublade weit offen lassen, damit Restwasser verdunsten kann. Gleiches gilt für die Klappe.

Flusensieb

Das Flusensieb ist nach Angaben der Wissenschaftler ebenfalls stark Bakterien-belastet. Pseudomonas oleovorans ist hier überwiegend unterwegs. Auch hierbei handelt es sich um Wasserbakterien. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich schleimige Beläge auf Oberflächen bilden. Immerhin: Die vorkommenden Bakterienarten sind nicht krankheitserregend.

Wäschefasern

Gefährlicher ist für Immungeschwächte dagegen Acinetobacter johnsonii. Diese Bakterien kommen hafteten auf Wäschefasern und können krankheitserregend sein und unter anderem zu Lungenentzündung oder Meningitis führen. Für Gesunde sind sie in der Regel ungefährlich.

Weitere Reinigungstipps

Sinnvoll ist es in jedem Fall, das Gerät zwei Mal jährlich mit einem Waschmaschinenreiniger aus der Drogerie zu säubern. Ebenfalls hilfreich: Alle zwei Wochen mit Kochwäsche (mind. 60 Grad) waschen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt zum Beispiel, mit Mikroben belastete Wäsche wie Unterwäsche, Spül- und Handtücher stets bei 60 Grad und mit bleichmittelhaltigem Waschmittel zu waschen. Das erschwert Keimen das Überleben in der Maschine erheblich.

Warum sind Waschmaschine so verkeimt?

Feuchtigkeit, Wärme und ein großes Angebot an Nährstoffen schaffen ideale Lebensbedingungen für das Wachstum von Keimen. Nach Angaben der Forscher begünstigen aktuelle Trends das Keimwachstum zusätzlich, so etwa das Waschen bei niedrigen Temperaturen, Wassersparprogramme und der Einsatz Bleiche-freier Flüssigwaschmittel.