GPS-Köderfahrräder in Bayern: So geht die Polizei gegen Fahrraddiebe vor – und so könnt ihr euer eigenes Rad mit GPS-Trackern schützen
Die Fahrradsaison startet und mit den steigenden Temperaturen sind leider auch Fahrraddiebe wieder aktiv. In Bayern setzt die Polizei jetzt auf GPS-Köderfahrräder, um Dieben das Handwerk zu legen. Wie ihr euer eigenes Rad mit GPS-Trackern schützen könnt und was dabei wichtig ist, erfahrt ihr hier.
Die Fahrradsaison ist in vollem Gange – und damit steigt auch das Risiko für Fahrraddiebstahl. In Bayern setzt die Polizei jetzt auf eine clevere Methode: GPS-Köderfahrräder. Gleichzeitig könnt ihr euer eigenes Bike mit GPS-Trackern schützen und Dieben immer einen Schritt voraus sein.
So funktionieren GPS-Köderfahrräder der Polizei
Die Polizei in der Oberpfalz platziert aktuell hochwertige Fahrräder mit versteckten GPS-Trackern an Orten, an denen besonders oft Fahrräder gestohlen werden – zum Beispiel an Bahnhöfen oder in Innenstädten. Wird so ein Köderfahrrad geklaut, kann die Polizei in Echtzeit verfolgen, wohin es gebracht wird und die Täter direkt stellen. Die Aktion richtet sich vor allem gegen organisierte Diebesbanden und soll auch abschreckend wirken: Niemand weiß, ob nicht gerade ein Köderbike in der Nähe steht.
So könnt ihr euer eigenes Fahrrad tracken
Auch ihr könnt euer Rad bzw. E-Bike mit einem GPS-Tracker schützen. Die kleinen Geräte lassen sich zum Beispiel unter dem Sattel, im Rücklicht oder im Rahmen verstecken. Über eine App auf dem Smartphone seht ihr jederzeit, wo sich euer Fahrrad befindet. Wird das Rad bewegt oder gestohlen, bekommt ihr sofort eine Warnung aufs Handy.
- Viele E-Bikes haben den Tracker schon ab Werk eingebaut.
- Für normale Fahrräder gibt es Nachrüstlösungen.
- Die Tracker kosten meist über 200 Euro, dazu kommen monatliche Gebühren für die SIM-Karte.
- Achtung: Manche Tracker nutzen noch das alte 2G-Netz, das in Deutschland zwischen 2028 und 2030 abgeschaltet wird. Achtet beim Kauf auf aktuelle Technik.
- Als günstige Alternative gibt es den Apple AirTag. Er ist zwar nicht ganz so genau wie ein GPS-Tracker, reicht aber in Städten oft aus – solange genug Apple-Geräte in der Nähe sind.
Was tun, wenn das Fahrrad gestohlen wurde?
- Meldet den Diebstahl sofort bei der Polizei und eurer Versicherung.
- Ein Fahrradpass mit allen wichtigen Daten hilft bei der Identifizierung.
- Fragt regelmäßig beim Fundbüro nach.
- Sichert euer Rad immer mit einem hochwertigen Schloss und schließt es an festen Gegenständen an.
Tipps für mehr Sicherheit
- Nutzt stabile Bügel- oder Kettenschlösser.
- Sichert auch Einzelteile wie Akku, Sattel und Räder.
- Kombiniert verschiedene Schlosssysteme.
- Achtet auf gut beleuchtete und belebte Abstellplätze.
Mit GPS-Trackern und den richtigen Sicherheitsmaßnahmen seid ihr bestens vorbereitet – und macht es Fahrraddieben richtig schwer!
Fahrraddiebstähle in Bayern: Weniger Fälle, höherer Schaden
Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Bayern ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Laut einer aktuellen Übersicht des Innenministeriums wurden landesweit 22.018 Fälle registriert. Das sind weniger als in den Vorjahren: 2024 waren es noch 25.114, 2023 sogar 25.854. Rechnerisch werden aber weiterhin mehr als 60 Fahrräder pro Tag gestohlen.
Die Aufklärungsquote lag 2024 und 2025 bei 13,6 Prozent und damit etwas höher als 2023 (11,8 Prozent). Das bedeutet, dass ein Großteil der gestohlenen Räder nicht wiedergefunden wird. Die tatsächliche Zahl der Diebstähle dürfte noch höher liegen, da vor allem bei älteren Fahrrädern nicht jeder Fall zur Anzeige gebracht wird.
Der durch Fahrraddiebstähle entstandene Schaden wird für 2025 auf mehr als 27 Millionen Euro beziffert, 2024 lag er sogar bei 28,9 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2020 (17 Millionen Euro) ist das ein deutlicher Anstieg. Grund dafür sind vor allem Diebstähle von besonders hochpreisigen Rädern, darunter viele E-Bikes.