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Hochwasser in Bayern: Die aktuelle Lage vom 3. Juni 2024

Die Hochwasser-Lage in Teilen Bayerns ist auch am Montag, den 03.06.2024, kritisch. Aktuelle Infos und Updates zum Hochwasser in Bayern gibt's hier.

Hochwasser News Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das Hochwasser hält den Freistaat weiterhin in Atem. Mehrere Landkreise in Bayern rufen den Katastrophenfall aus, mehr als 50.000 Einsatzkräfte und Helfer kämpfen seit Samstag, den 01.06.2024, gegen das Hochwasser.  Nach tagelangem Dauerregen sind in vielen Gegenden Flüsse und Bäche über die Ufer getreten, Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Die Updates im Überblick

  • Hochwasser in Bayern Foto: Uwe Lein/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Davor Knappmeyer/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Josef Reisner/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Davor Knappmeyer/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dp
  • Hochwasser in Bayern Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Felix Hörhager/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Pia Bayer/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Jahrhunderthochwasser in Bayern Foto: Stefan Puchner/dpa
  • Jahrhunderthochwasser in Bayern Foto: Stefan Puchner/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Pia Bayer/dpa
  • Jahrhunderthochwasser in Bayern Foto: Stefan Puchner/dpa
  • Hochwasser in Bayern - Babenhausen Nikolas Schäfers/dpa

Bundeskanzler Scholz zu Hochwasser-Hilfen

Im Exklusiv-Interview mit ANTENNE BAYERN sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am 3. Juni zu möglichen Hochwasser-Hilfen:

Olaf Scholz

„Es gibt eine gute Praxis der Solidarität in Deutschland, die immer geholfen hat. Alle erinnern sich noch an die Ahrtalflut und die Konsequenzen, aber auch an die Hilfe und Solidarität. Ich habe das überall, wo das dieses Jahr in Deutschland erforderlich war, auch gesagt: Wir werden da gemeinsam Wege finden.“

Bundeskanzler Olaf Scholz

Söder zu Überflutungen: "Lage ist und bleibt ernst"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stimmt die Bevölkerung im vom Hochwasser betroffenen Freistaat auf weitere schwierige Tage ein. "Die Lage ist und bleibt ernst und kritisch und angespannt", sagte er am Montag im oberbayerischen Reichertshofen. Auch wenn mancherorts schon die Aufräumarbeiten starteten, drohten anderswo weiter Dämme zu brechen oder durchzuweichen. Und im Osten stehe das Schlimmste noch bevor. 

Wir sehen, dass das Hochwasser jetzt wandert und zwar in Richtung Regensburg. Die werden steigen, die Pegel.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Mehr als 3.000 Menschen seien derzeit "in der Evakuierung", Tendenz steigend, rund 20.000 Hilfskräfte im Einsatz. Insgesamt seien seit dem Wochenende schon um die 50.000 Menschen im Hilfseinsatz gewesen.

Söder war gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (beide SPD) in das am Vortag überflutete Reichertshofen gekommen und betonte - ebenso wie der Kanzler - den Klimawandel als Ursache für die Katastrophe. Es gebe nun vermehrt "Ereignisse, die es vorher nicht gab", sagte er. Darum müsse man sich "Klimaschutz, Klimaanpassung noch viel stärker widmen". Söder betonte: "Es gibt keine Vollkaskoversicherung gegen den Klimawandel."

Milliarden seien bereits in den Hochwasserschutz gesteckt worden, sagte der Ministerpräsident. Die Polder-Strategie müsse aber ausgebaut und fortgesetzt werden - auch wenn sich in betroffenen Gebieten Widerstand gegen die Einrichtung neuer Hochwasserschutzmaßnahmen rege.

An diesem Dienstag wolle sich das bayerische Kabinett mit der Hochwasserkatastrophe und schnellen, unbürokratischen Hilfen befassen, kündigte Söder an. "Das Wasser kommt relativ kurz, aber die Schäden sind sehr sehr lang." Ansonsten heiße es: "Hoffen, dass wir die nächsten Tage gut überstehen", sagte Söder. "Wir bleiben in Hab-Acht-Stellung."

Starker Regen im Regierungsbezirk Tübingen - Unwetterwarnung

Angesichts des Dauerregens in vielen Teilen Baden-Württembergs hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung für den Regierungsbezirk Tübingen ausgerufen. Bis zum Montagabend könnten Menschen durch ergiebigen Dauerregen, überflutete Straßen und Unterführungen sowie mögliche Erdrutsche gefährdet werden, teilte der DWD am Morgen mit. Die Meteorologen rieten dazu, gefährdete Abschnitte zu meiden, je nach Risiko auch vorbeugend Hochwasser-Schutzmaßnahmen zu treffen und bei einer drohenden Überflutung den Keller sofort zu verlassen.

Die Hochwasserlage hatte sich zuletzt in einigen Gebieten Baden-Württembergs wieder zugespitzt. In der Nacht zu Montag waren wegen Überflutungen in der Stadt Ebersbach an der Fils südöstlich von Stuttgart nach Einschätzung des Landratsamts zahlreiche Menschen in Gefahr.

Ab Mittag sollen dann vor allem Gebiete südlich der Donau sowie am Bayerischen Wald von Starkregen betroffen sein, auch Unwetter sind möglich. Bis zum Abend könnten sich die Unwetter allmählich auch nach Süden, bis zum Hochrhein und ins nördliche Alpenvorland ausbreiten, hieß es. Am Abend sind auch an den Alpen kräftige Gewitter mit Starkregen möglich. Auch für den Osten Deutschlands erwartet der DWD ab dem Nachmittag Gewitter mit Starkregen zwischen 15 und 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Örtlich kann es dort auch Unwetter mit Mengen um die 30 Liter pro Quadratmeter geben.

Mittlerweile drei Dammbrüche an der Paar im Landkreis Pfaffenhofen

Der Damm des Flusses Paar im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ist mittlerweile an drei Stellen gebrochen. Das sagte eine Sprecherin des Landeratsamtes am Montagmorgen. In den betroffenen Gebieten in Baar-Ebenhausen und Manching seien alle Bewohner aufgefordert, in ihren Wohnungen und Häusern das Erdgeschoss zu verlassen und höhere Stockwerke aufzusuchen. Bis zu 800 Menschen wurden in Baar-Ebenhausen in Sicherheit gebracht. In der Grund- und Mittelschule Reichertshofen seien rund 250 Betroffene untergebracht. An der Schule finde am Montag kein Unterricht statt. Die Paar ist ein Nebenfluss der Donau.

In Vohburg werde die Donau weiter engmaschig überwacht, Sicherungsmaßnahmen liefen. Die Autobahn 9 ist zwischen Ingolstadt und Langenbruck den Angaben zufolge nach wie vor beidseitig gesperrt. Bis zu 4.000 Kräfte verschiedener Hilfsorganisationen sowie der Bundeswehr seien derzeit im Landkreis Pfaffenhofen im Einsatz.

Aktuelle Schulausfälle in Bayern

Donau-Höchststände erwartet

In Bayern kann der Hochwassernachrichtendienst längst noch keine Entwarnung geben: Zwar gehen an den Zuflüssen zur Donau die Fluten vielerorts langsam zurück, nun trifft das Hochwasser aber zunehmend die Donau selbst.

Die höchste Meldestufe vier wurde dem aktuellen Lagebericht zufolge von Regensburg bis Straubing erreicht, in Passau soll es am Montagabend so weit sein. In Kehlheim soll der Fluss im Laufe des Tages in den Bereich eines 20-Jahres-Hochwassers steigen.

Um Anwohner nahe der Donau in Straubing vor dem Hochwasser zu schützen, haben städtische Mitarbeiter eine Schutzmauer aus extragroßen Sandsäcken errichtet. Die sogenannten Big Packs fassen jeweils rund 1,8 Tonnen Sand, sagte ein Mitarbeiter am Montag. Seit dem Vortag waren sie mit den Arbeiten beschäftigt. Die Barriere entlang einer Wohnsiedlung im Regierungsbezirk Niederbayern ist etwa 400 Meter lang. An tieferen Straßenabschnitten werden die Big Packs zweireihig aufgestellt, um dem steigenden Druck des Donauwassers noch besser standhalten zu können.

Jetzt mithelfen und spenden!

Bahnverkehr im Süden: Stark beeinträchtigt

Wegen der Unwetterschäden bleibt der Bahnverkehr im Süden Deutschlands am Montag stark beeinträchtigt.

Wir raten von Reisen in die betroffenen Hochwassergebiete in Bayern und Baden-Württemberg ab und empfehlen, nicht notwendige Reisen zu verschieben. Bitte rechnen Sie zusätzlich damit, dass es bei den noch verkehrenden Zügen zu einer sehr hohen Auslastung kommt.

Die Deutsche Bahn

Der Fernverkehr könne München von Norden und Westen derzeit nicht anfahren. Auch der Nahverkehr in Bayern bleibe stark beeinträchtigt. Für die Nacht wurden in Stuttgart, Nürnberg und München für Reisende Aufenthaltszüge eingerichtet.

Zwei Tote und ein Vermisster in Bayern

In Pfaffenhofen an der Ilm in Oberbayern kam in der Nacht auf Sonntag ein Feuerwehrmann ums Leben. Er war bei einem Einsatz mit einem Schlauchboot gekentert und tot geborgen worden. Einen im Hochwasser vermissten Feuerwehrmann in Offingen haben die Einsatzkräfte bislang nicht gefunden. Die Suche werde weiter fortgesetzt, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Ebenfalls seit Sonntag wurde im oberbayerischen Schrobenhausen eine Frau vermisst.
Rettungskräfte vermuteten sie in einem überfluteten Keller. Wegen der gefährlichen Lage konnten Helfer aber bis Sonntagabend nicht nach ihr suchen. Nun ist die vermisste 43-Jährige aus Schrobenhausen am Montag tot aufgefunden worden.

Diese Landkreise haben aktuell den Katastrophenfall ausgerufen

  • Regensburg
  • Landkreise Günzburg
  • Aichach-Friedberg
  • Unterallgäu
  • Augsburg 
  • Neu-Ulm
  • Donau-Ries
  • Dillingen 
  • Landkreise Pfaffenhofen
  • Neuburg-Schrobenhausen
  • Freising
  • Dachau
  • Kelheim

Mit dem Ausrufen des Katastrophenfalls greift eine einheitliche Kommandostruktur bei Behörden und Hilfsorganisationen, außerdem können damit mehr Helfer mobilisiert und betroffene Gebiete schneller geräumt werden.

Hochwasser in Bayern Foto: Sven Hoppe/dpa

Städte- und Gemeindebund: Mehr Eigenvorsorge bei Hochwasserschutz

Ein Umdenken angesichts dieser Lage fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Allen voran braucht es mehr Eigenverantwortung, Eigenvorsorge und Bereitschaft der Gesellschaft, das Problem gemeinsam anzugehen und auch selber aktiv zu werden. Dazu gehört es, Grundstücke abzugeben, wenn das zum Hochwasserschutz erforderlich ist, aber auch die Mitfinanzierung von Schutzmaßnahmen oder der Verzicht auf das Bauen im Überschwemmungsbereich.

Präsident Uwe Brandl (CSU)

Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und CSU-Politikerin, verlangte ebenfalls in der "Augsburger Allgemeinen", mehr in den Katastrophenschutz zu investieren.

Deutschland hat diesbezüglich insgesamt Nachholbedarf. Es braucht deshalb eine Zeitenwende, insbesondere, was die nachhaltige und zukunftsgerichtete Finanzierung des Bevölkerungsschutzes angeht.

Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und CSU-Politikerin

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