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Ministerin: Spectrum-Raketenstart noch im ersten Halbjahr

Auf der «Spectrum»-Rakete des Start-ups Isar Aerospace ruhen große Hoffnungen, um unabhängig von den USA Satelliten ins All zu schießen. Kommt es bald zu einem neuen Startversuch?

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Forschungsministerin Bär reist nach Norwegen Jörg Ratzsch/dpa

Tromsø (dpa) - Nach dem Abbruch des Starts einer «Spectrum»-Rakete Anfang des Monats geht Bundesforschungsministerin Dorothee Bär von einem baldigen neuen Startversuch aus.

«Wir hoffen, dass der Start jetzt, wenn dann auch die technischen Herausforderungen behoben sind, innerhalb der nächsten Wochen auch stattfinden kann», sagte die CSU-Politikerin bei einem Besuch im norwegischen Tromsø auf dpa-Nachfrage.

Bär: Glaube ganz fest daran

Das Wetter müsse passen, die Technik müsse funktionieren. «Und deswegen würde ich mal sagen, ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, dass es sicherlich noch im ersten Halbjahr auch passieren kann, wenn die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind».

Man sei in sehr engem Austausch mit Norwegen. Von der Sicherheitsseite spreche dem Ganzen nichts mehr entgegen, sagte Bär. «Und dann kommt eben die Technik dazu und dann noch Petrus und dann wird es funktionieren. Also ich glaube da ganz fest daran.»

Das deutsche Start-up Isar Aerospace hatte im vergangenen Jahr vom Raketenbahnhof auf der norwegischen Insel Andøya aus die Orbitalrakete «Spectrum» in den Himmel geschossen, die für den Transport erdnaher Satelliten in die Umlaufbahn gedacht ist. Nach nur 30 Sekunden stürzte sie ab.

Ein weiterer Testflug war Anfang des Monats wegen technischer Probleme vor dem Start abgebrochen worden. Geplante Startversuche waren zuvor bereits mehrmals verschoben worden - aus technischen Gründen, jüngst aber auch, weil ein norwegischer Fischer mit seinem Boot die Sicherheitszone nicht rechtzeitig verlassen hatte.

Europa bisher von Musk abhängig

Auf der «Spectrum», die bis zu einer Tonne Last transportieren kann, ruhen große Hoffnungen der europäischen Raumfahrtindustrie. Sie soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen.

Europa ist derzeit vor allem auf das US-Unternehmen Space X des Milliardärs Elon Musk angewiesen, um Satelliten ins All befördern zu können.

© dpa-infocom, dpa:260428-930-4887/1