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Landkreis Cham setzt auf KI-Drohne und Sensoren zur Waldbrand-Früherkennung

Im Landkreis Cham soll Künstliche Intelligenz helfen, Waldbrände früher zu entdecken. Eine Drohne mit Wärmebildkamera und Sensoren im Wald melden mögliche Feuer automatisch an die Leitstelle. Wie das System funktioniert und wo es getestet wird, lest ihr hier.

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Drohnenflüge Bayern Felix Kästle/dpa

In vielen Regionen in Bayern gilt aktuell erhöhte Waldbrandgefahr. Im Landkreis Cham in der Oberpfalz soll deshalb schon bald Künstliche Intelligenz helfen, Feuer im Wald deutlich schneller zu erkennen. Die Feuerwehr setzt dabei auf ein Zusammenspiel aus Drohnen, Sensoren und einer speziellen Auswertesoftware.

So arbeitet die KI-Drohne im Landkreis Cham

Im Mittelpunkt steht eine Drohne. Sie ist programmiert und fliegt ihre Route autonom ab. An Bord hat sie eine hochauflösende Wärmebildkamera. Damit erkennt sie Glutnester, aufsteigenden Rauch und sichtbare Flammen im Wald. Die Drohne liefert die Bilder in Echtzeit an einen Computer am Boden. Dort wertet ein KI-System die Daten aus. Es kombiniert die Wärmebilder mit GPS-Daten und ordnet ein, um welche Art von Feuer es sich handeln könnte. Aus diesen Informationen wird automatisch ein Notruf erzeugt, der an die Feuerwehr weitergegeben werden kann. Die Einsatzkräfte werden so direkt und präzise zum Brandort geführt.

Testgebiet bei Neubäu in der Oberpfalz

Das neue System soll zunächst in einem Waldgebiet bei Neubäu im Landkreis Cham getestet werden. Nach Angaben aus der Feuerwehr wartet man aktuell noch auf die notwendige Genehmigung, rechnet aber täglich damit, dass es losgehen kann. Erste Probeläufe mit der Technik waren bereits erfolgreich.

Sensoren im Wald erschnüffeln den Rauch

Neben der Drohne sind auch Sensoren geplant, die direkt im Wald installiert werden, zum Beispiel an Bäumen. Diese Sensoren messen Rauchpartikel in der Luft – sie „erschnüffeln“ sozusagen den Brandgeruch. Sobald sie Rauch registrieren, melden sie dies an die KI.

Forschungsprojekt AHEAD-H2 mit Hochschule Ansbach

Der Kreisbrandrat von Cham und sein Team arbeiten unter anderem mit der Hochschule Ansbach zusammen. Im Projekt „AHEAD-H2“ soll ein automatisiertes System zur Früherkennung von Waldbränden auf Basis von Drohnen- und KI-Technologien entstehen.

Ergänzung zu den Luftbeobachtern in Bayern

Bisher sind im Landkreis Cham – wie in vielen Teilen Bayerns – kleine Flugzeuge mit ehrenamtlichen Luftbeobachtern unterwegs, die Waldgebiete aus der Luft kontrollieren. Die KI-Drohne soll diese Arbeit künftig unterstützen und ergänzen, vor allem bei der schnellen und punktgenauen Lokalisierung von Bränden.