ELAB 2040-Studie: Bis zu 150.000 Jobs in der bayerischen Autoindustrie bedroht – Fraunhofer-Institut analysiert Auswirkungen der EU-Regulierung - Wirtschaft fordert mehr Wettbewerbsfähigkeit
Die bayerische Autoindustrie steht vor großen Herausforderungen: Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts könnten bis zu 150.000 Arbeitsplätze in Gefahr sein. Welche Rolle die EU-Regulierung und die Wettbewerbsfähigkeit spielen, erfahrt ihr im Artikel. Alle Informationen dazu gibt’s hier.
Die bayerische Autoindustrie steht aktuell vor massiven Herausforderungen. Das zeigt die neue ELAB 2040-Studie des Fraunhofer-Instituts, die u.a. im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft erstellt wurde. Im Fokus stehen die Auswirkungen der EU-Regulierung auf Beschäftigung und Wertschöpfung – mit alarmierenden Ergebnissen für Bayern.
Bis zu 150.000 Jobs in Bayern bedroht
Laut der Studie könnten in Bayern bis zu 150.000 Arbeitsplätze in der Automobilbranche verloren gehen. Grund dafür ist vor allem die aktuelle EU-Flottenregulierung, die den Umstieg auf rein batterieelektrische Fahrzeuge bis 2035 vorsieht. Besonders betroffen sind Unternehmen, die auf den klassischen Verbrennungsmotor setzen.
Verbrenner-Aus: Zeitgewinn nur bei Reformen sinnvoll
Sollte das geplante Aus für den Verbrennungsmotor in der EU zurückgenommen werden, würde das die Situation laut Studie vorübergehend entspannen. Die gewonnene Zeit müsse genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken – etwa durch niedrigere Energiekosten und weniger Bürokratie, so Wirtschaftsvertreter.
Forderung nach Wettbewerbsfähigkeit und Technologieoffenheit
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine technologieoffene Regulierung – also die Berücksichtigung erneuerbarer Kraftstoffe und verschiedener Antriebstechnologien – den Rückgang von Wertschöpfung und Beschäftigung verlangsamen könnte. Die Autoren empfehlen zudem, die gewonnene Zeit für investitions- und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu nutzen. Wirtschaftsvertreter betonen, dass dies entscheidend für die Zukunft der Branche sei.
Handlungsbedarf für Politik und Wirtschaft
Um langfristig Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Bayern und Deutschland zu sichern, fordert die Studie:
- Mehr Technologieoffenheit bei der EU-Regulierung
- Entlastung energieintensiver Industrien
- Bürokratieabbau und Reformen am Arbeitsmarkt
- Förderung von Innovationen und Investitionen
Brossardt: Klare Forderungen an die Politik
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände bayme vbm sowie der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., betont:„Die Studie unterstreicht eindrucksvoll, dass unsere Forderungen nach Technologieoffenheit und wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen die richtigen Maßnahmen für den Erhalt der deutschen und europäischen Automobil- und Automobilzulieferindustrie sind.“ Er ergänzt: „Wenn wir Wertschöpfung bei uns und nicht nur in der EU halten wollen, gibt es über das aktuelle Reformpaket der Bundesregierung hinaus noch einiges zu tun.“