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Vulkanausbruch Anak Krakatau: Würzburger TOM-Satelliten liefern Warnbilder aus dem All

Drei erst im Juli gestartete TOM-Satelliten aus Würzburg haben zufällig den Vulkanausbruch des Anak Krakatau aus dem All beobachtet und aktuelle Bilder geliefert. Raumfahrtexperten sehen darin einen wichtigen Schritt für schnelle Warnungen bei Naturkatastrophen. Mehr dazu lest ihr hier.

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Vulkanausbruch in Indonesien --/PVMBG via XinHua/dpa

Drei neue Kleinstsatelliten aus Würzburg haben beim aktuellen Vulkanausbruch des Anak Krakatau Anfang September eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Erdbeobachtung aus dem All für Katastrophenwarnungen werden kann. Die TOM-Satelliten lieferten unmittelbar aktuelle Bilder der Eruption und damit potenziell wichtige Hinweise für Warnungen vor Folgen wie Aschewolken und Flugbehinderungen.

Würzburger TOM-Satelliten treffen Vulkan-Ausbruch zufällig

Die drei TOM-Satelliten aus Würzburg überflogen nach Angaben von Raumfahrtexperte Professor Klaus Schilling zufällig genau in dem Moment den Anak Krakatau, als der Vulkan ausbrach. Die im Zentrum für Telematik (ZfT) am Würzburger Hubland entwickelten und gefertigten Kleinstsatelliten konnten die Vulkaneruption unmittelbar aus dem All beobachten und Bilder übertragen.

Schilling spricht von einem absoluten „Glücksfall“: Die erst im Juli gestarteten Satelliten hatten beim Ausbruch „einen Logenplatz zur Beobachtung“. Die Eruption soll bis zu 700 Kilometer weit zu hören gewesen sein, die große Aschewolke behinderte den weltweiten Flugverkehr massiv. An sechs Flughäfen in Indonesien wurden Starts und Landungen eingestellt, rund 340.000 Passagiere waren betroffen.

Satelliten als neues Warnsystem bei Naturkatastrophen

Die TOM-Satelliten sind nur schuhkartongroß und jeweils rund zehn Kilogramm schwer. Ihre Aufgabe: Die Erdoberfläche dreidimensional zu erfassen, um bei Naturereignissen wie Vulkanausbrüchen, Erdrutschen oder Überschwemmungen Katastrophenwarnungen zu unterstützen.

„Die Vorhersage der Ausbreitung von Vulkanaschewolken ist dabei für die eventuelle Evakuierung der Bevölkerung oder die Umleitung von Flugzeugen auf sichere Routen wichtig“, erklärt Schilling. Mithilfe spezieller Formations-Technologien kombinieren die TOM-Satelliten Beobachtungen der Erdoberfläche und Atmosphäre aus verschiedenen Perspektiven. So sollen Einsatzkräfte nach Naturkatastrophen möglichst aktuelle Informationen erhalten – zum Beispiel über Erdrutsche, Überschwemmungen oder die Ausbreitung von Aschewolken nach Vulkanausbrüchen.

Anak Krakatau: Vulkan mit Katastrophen-Geschichte

Der Vulkanausbruch des Krakatau im Jahr 1883 gilt als eine der größten bekannten Naturkatastrophen. Damals kamen schätzungsweise rund 100.000 Menschen ums Leben. Zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java entstand bei dieser Eruption die Vulkaninsel Anak Krakatau.

Die Aktivitäten des Anak Krakatau lösten 2018 einen schweren Tsunami aus, bei dem mehr als 400 Menschen starben. Beim aktuellen Ausbruch Anfang September bot der zufällige Überflug der drei bayerischen TOM-Satelliten erstmals die Möglichkeit, einen solchen Vulkanausbruch in Echtzeit aus dem All zu dokumentieren und für mögliche Warnungen zu nutzen.

Rekordstart und Pläne für Hunderte Satelliten

Anfang Juli hatte eine SpaceX-Rakete insgesamt neun in Würzburg gefertigte Satelliten für innovative Erdbeobachtungsaufgaben in ihre Umlaufbahn gebracht, darunter die drei TOM-Satelliten. TOM steht für „Telematics earth Observation Mission“ und wird vom bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert.

Schilling betont, man habe nicht erwartet, so schnell derart spektakuläre Aufnahmen eines Vulkanausbruchs machen zu können – und das auch noch bei einem so prominenten Vulkan. Aktuell sei der Überflug ein absoluter „Glücksfall“ gewesen. ZfT-Geschäftsführer Daniel Eck blickt nach vorn: Sobald die geplanten Sensornetze mit Hunderten Satelliten im Orbit sind, sollen solche Beobachtungen zur Routine werden – und damit zeitnahe Warnungen bei Naturkatastrophen deutlich verbessern.