Schlafmythen im Check: sechs spannende Fakten rund um erholsamen Schlaf
Schlaf ist ein faszinierendes Thema, das uns alle betrifft – und doch gibt es viele Mythen, die sich hartnäckig halten. Brauchen wir wirklich Acht Stunden Schlaf? Ruiniert ein Mittagsschlaf die Nachtruhe? Wir haben sechs gängige Schlafmythen unter die Lupe genommen und klären, was wirklich dahintersteckt.
Kaum ein Thema, über das so viele Mythen existieren, wie über Schlaf. Brauchen wirklich alle 8 Stunden? Macht ein Mittagsschlaf wach oder müde? Und hilft ein Glas Wein beim Einschlafen? Hier kommen sechs weit verbreitete Behauptungen und was dahintersteckt.
1. Acht Stunden Schlaf sind für jeden ideal
Die Idee, dass jeder Mensch genau acht Stunden Schlaf braucht, ist weit verbreitet. Tatsächlich ist der Schlafbedarf individuell und hängt von Faktoren wie Alter, Lebensstil und Gesundheit ab. Während manche Menschen mit sechs Stunden auskommen, benötigen andere zehn Stunden, um sich fit zu fühlen. Entscheidend ist, wie erholt man sich nach dem Aufwachen fühlt.
Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Organisationen gibt es aber Empfehlungen, die sich alle ungefähr decken. Sie unterscheiden dabei nach Alter. So auch die der American Academy of Sleep Medicine (AASM):
- Säuglinge (4–12 Monate): 12–16 Stunden Schlaf pro 24 Stunden (inkl. Nickerchen)
- Kleinkinder (1–2 Jahre): 11–14 Stunden Schlaf pro 24 Stunden (inkl. Nickerchen)
- Kinder (3–5 Jahre): 10–13 Stunden Schlaf pro 24 Stunden (inkl. Nickerchen)
- Kinder (6–12 Jahre): 9–12 Stunden Schlaf pro 24 Stunden
- Jugendliche (13–18 Jahre): 8–10 Stunden Schlaf pro 24 Stunden
- Erwachsene: 7 oder mehr Stunden Schlaf pro Nacht
Das sind allgemeine Richtwerte – der individuelle Schlafbedarf kann davon abweichen.
2. Ein Glas Wein hilft beim Einschlafen
Ein Glas Wein am Abend mag entspannend wirken und das Einschlafen erleichtern. Doch der Schein trügt: Alkohol stört die natürlichen Schlafprozesse.
Besonders die wichtigen Tiefschlaf- und Traumphasen werden beeinträchtigt, die wichtig für die Verarbeitung von Emotionen sind, was dazu führt, dass man sich am nächsten Morgen oft müde und unausgeruht fühlt.
Für erholsamen Schlaf ist Wasser oder Tee die bessere Wahl.
3. Mittagsschlaf ruiniert den Nachtschlaf
Ein kurzer Mittagsschlaf kann wahre Wunder wirken, wenn es um Konzentration und Energie geht. Wichtig ist jedoch, dass er nicht länger als 20 Minuten dauert.
Wer zu lange schläft, riskiert, in eine tiefere Schlafphase zu geraten, was das Aufwachen erschwert und zu Trägheit führt.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Ein Mittagsschlaf sollte nicht zu spät am Tag stattfinden, da er sonst den Nachtschlaf beeinträchtigen kann.
Menschen mit Schlafstörungen sollten daher auf einen so genannten Powernap verzichten, um ihren Schlafrhythmus nicht zusätzlich zu stören.
4. Bei Vollmond schlafen wir schlechter
Der Vollmond wird oft für unruhige Nächte verantwortlich gemacht. Doch wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Mond keinen nachweisbaren Einfluss auf die Schlafqualität hat.
Schlechter Schlaf bei Vollmond ist meist auf äußere Faktoren wie Licht oder die Erwartung, schlecht zu schlafen, zurückzuführen.
Eine dunkle und ruhige Schlafumgebung hilft, unabhängig von der Mondphase, besser zu schlafen.
5. Schlaf kann am Wochenende nachgeholt werden
Viele versuchen, unter der Woche verlorenen Schlaf am Wochenende auszugleichen. Doch das funktioniert nur bedingt.
Schlafmangel lässt sich nicht vollständig nachholen, da der Körper regelmäßige Schlafzeiten benötigt, um sich zu regenerieren. Ausschlafen am Wochenende kann sogar den Schlafrhythmus durcheinanderbringen – ähnlich wie ein Jetlag.
Besser ist es, unter der Woche auf ausreichend Schlaf zu achten und am Wochenende nur moderat länger zu schlafen.
6. Snoozen hilft beim Wachwerden
Die Schlummertaste des Weckers ist verlockend, doch sie bringt den Körper durcheinander. Wenn der Wecker immer wieder klingelt, wird der Schlaf ständig unterbrochen. Das Ergebnis: Man fühlt sich oft noch müder und weniger erholt.
Stattdessen ist es besser, den Wecker direkt auf die Zeit zu stellen, zu der man wirklich aufstehen möchte – und dann auch aufzustehen. So fällt das Aufwachen leichter und der Morgen beginnt erholter.
Wie kann Schlaf verbessert werden?
Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) und die American Academy of Sleep Medicine (AASM) empfehlen daher unter anderem:
- Morgens mindestens 30 Minuten Tageslicht tanken, um die innere Uhr zu unterstützen.
- Abends auf helles Licht und elektronische Geräte verzichten, um besser abschalten zu können.
- Das Schlafzimmer kühl, ruhig und dunkel halten, um eine optimale Schlafumgebung zu schaffen.
- Ein kurzer Powernap von 10 bis 20 Minuten kann tagsüber die Konzentration fördern.
- Nachts bei längerer Wachliegezeit aufstehen und etwas Ruhiges und Monotones tun, bis die Müdigkeit zurückkehrt.
Diese einfachen Maßnahmen können helfen, die Schlafqualität nachhaltig zu verbessern.