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Sinner beendet Saison: Zverevs Riesenchance auf Nummer 1

Jannik Sinner kehrt in diesem Jahr nicht mehr auf die Tour zurück - und macht damit den Weg für Zverev auf den Tennis-Thron frei. Das Erfolgsjahr des Hamburgers dürfte schon sehr bald gekrönt werden.

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US Open Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Berlin (dpa) - Für Tennisstar Alexander Zverev geht nach dem Grand-Slam-Triumph sehr wahrscheinlich auch der zweite große Karrieretraum in Erfüllung. Der Hamburger wird noch in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit die Nummer eins der Tennis-Welt, weil der aktuell führende Jannik Sinner wegen anhaltender Knieprobleme für den Rest der Saison ausfällt. Da gab der Italiener in einer Videobotschaft via Social Media bekannt.

Sinner kann in den verbleibenden Turnieren seine vielen Punkte aus der erfolgreichen Vorsaison nicht verteidigen. Zverev, der deutlich weniger Zähler zu verlieren hat, wird den Südtiroler deswegen schon bald einholen - unabhängig davon, wie erfolgreich der 29-Jährige selbst in den kommenden Wochen spielt. Aktuell trennen beide Athleten in der Weltrangliste noch 1.280 Punkte. Dass ihn der Spanier Carlos Alcaraz in diesem Jahr noch einholt, gilt als extrem unwahrscheinlich. 

Zweiter Deutscher seit Boris Becker

Zverev wäre bei den Männern erst der zweite Deutsche nach Boris Becker auf dem Tennis-Thron. Becker war insgesamt zwölf Wochen die Nummer eins der Welt. Für den dreimaligen Wimbledonsieger war es nur noch «eine Frage der Zeit, bis Zverev die Nummer eins wird», wie er während der US Open bei «sporteurope.tv» angemerkt hatte.

Die Führung in der Weltrangliste würde Zverevs bestes Karriere-Jahr krönen. Bei den French Open im Frühjahr in Paris hatte er nach jahrelang vergeblichen Versuchen endlich seinen ersten Grand-Slam-Turniersieg gefeiert, im September folgte sein Triumph bei den US Open. 

Anfang des Jahres noch über 9.000 Punkte Rückstand

Zverev profitiert aktuell auch vom Verletzungspech seiner großen Rivalen Sinner und Alcaraz. Anfang Februar nach den Australian Open hatte Zverev noch über 9.000 Punkte Rückstand auf den damals führenden Alcaraz und knapp 5.700 auf den zweitplatzierten Sinner. Aber Sinner fällt seit Monaten aus, Alcaraz hatte erst bei den US Open in New York nach mehr aus vier Monaten Pause wegen einer Handgelenksverletzung sein Comeback gegeben. 

Sinner: Muss an meine Karriere denke

Die Entscheidung habe er in Rücksprache mit den Ärzten getroffen, weil sein Knie weitere Behandlungen benötige, sagte Sinner. Im Moment müsse er «auch über meine Langzeit-Karriere denken», so Sinner: «Ich werde alles erdenklich Mögliche tun, um mit 100 Prozent zurückzukommen.»

Zverev war durchgängig fit und spielte sehr konstant, auch beim Rasen-Klassiker Wimbledon erreichte er das Finale gegen Sinner. «Ich werde für den Rest des Jahres konzentriert bleiben und alles dafür tun, die Resultate so zu holen, dass ich die Chance habe, Nummer eins zu sein», hatte der Olympiasieger von 2021 zuletzt gesagt.

Nächstes Ziel: Davis-Cup-Triumph

Zverev bleibt in seinem Erfolgsjahr 2026 noch ein drittes großes Ziel: der erstmalige Triumph im Davis Cup. Er selbst hatte im Duell mit Kroatien maßgeblichen Anteil daran, dass das deutsche Team die Finalrunde in Bologna vom 24. bis 29. November erreicht hat. «Wir als deutsche Mannschaft werden irgendwann älter», sagte Zverev: «Und ich möchte jede Chance nutzen, den Davis Cup zu gewinnen.»

© dpa-infocom, dpa:261006-930-796062/1