US-Schauspieler Patrick Dempsey will nicht in die Politik
Warum der als Dr. Shepherd bekanntgewordene US-Schauspieler nicht Senator werden will – und was ihm beim Engagement für seine Heimat Maine besonders wichtig ist.
Lewiston (dpa) - Schauspieler Patrick Dempsey («Grey's Anatomy») hat nach eigenen Worten eine Kandidatur für einen Sitz im US-Senat intensiv erwogen - und sich dagegen entschieden. Ob er für den Posten des Senators seines Heimatbundesstaats Maine ins Rennen gehen werde, sei er jüngst mehrfach gefragt worden, schreibt Dempsey in einem im «Portland Press Herald» veröffentlichten Beitrag. «Das ist schmeichelhaft und ich nehme das nicht auf die leichte Schulter.»
Hintergrund der Überlegungen, dass der in seiner Heimat stark engagierte Schauspieler ins politische Rennen einsteigen könnte, ist der Skandal um den Kandidaten Graham Platner, der nach Vorwürfen sexueller Übergriffe aus dem Wahlkampf ausgestiegen ist. Im Juni noch hatte der politische Quereinsteiger die Vorwahl in Maine deutlich gewonnen und galt als Schlüsselkandidat der Demokraten für die «Midterms» im November.
Auf die politische Kontroverse nahm Dempsey nicht direkt Bezug in seinem Beitrag. Die Menschen in Maine lägen ihm sehr am Herzen und wie viele Amerikaner sorge er sich, welche Richtung das Land aktuell einschlage, schrieb der 60-Jährige, den das «People»-Magazin 2023 zum «Sexiest Man Alive» gekürt hat. Die Frage sei, in welcher Funktion er am meisten für seine Mitmenschen bewirken könne, erklärte Dempsey. «Ich denke, ich kann effizient mehr beitragen durch das Leben, das ich mir bereits aufgebaut habe.»
Starkes Engagement gegen Krebs in seiner Heimat
In der Krankenhausserie «Grey's Anatomy» spielte er den Arzt Dr. Derek Shepherd, im echten Leben eröffnete er 2008 in seiner Heimat Lewiston das Dempsey Center - eine Hilfseinrichtung für Krebspatienten und deren Angehörige. Seine krebskranke Mutter war in dem angeschlossenen Hospital behandelt worden. Sie starb 2014.
Entsprechend bildet für den Schauspieler das Gesundheitswesen ein Kernthema der Politik. «Gesundheit sollte einer der Orte sein, an denen die Amerikaner von ihren gewählten Vertretern erwarten, dass sie zusammenarbeiten und wirksame Lösungen liefern», schrieb Dempsey, der mit seiner Frau Jillian drei Kinder hat.
Auch wenn er sich selbst nicht als Senator-Kandidaten sieht, präzise Vorstellungen, wie das Amt auszufüllen ist, hat Dempsey: «Ich möchte jemanden, der mit Empathie führt. Jemanden, der zuhört, bevor er spricht; der den Mut hat, mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen er nicht einer Meinung ist; und der versteht, dass es bei einem öffentlichen Amt nicht um Macht geht. Es geht um den Dienst an der Allgemeinheit.» Und auch wenn das heutzutage idealistisch klinge, wünsche er sich vor allem eines: «Integrität».