01.02.2019 | Gesundheit Besser schlafen mit digitalen Helfern – Was bringen Schlaf-Gadgets wirklich?

Etwa 34 Millionen Deutsche schlafen schlecht. Dabei reichen die Probleme mit der Nachtruhe von dem Gefühl, auch nach ausreichend langer Schlafdauer nicht ausgeruht zu sein, bis hin zu schweren Ein- und Durchschlafstörungen. Doch was tun gegen Schlafprobleme und unruhigen Schlaf? Können digitale Gadgets dabei helfen, morgens erholter aufzuwachen? Welche digitalen Schlaf-Helfer es gibt und was sie wirklich können, zeigen wir hier.

Foto: Kinga Cichewicz / unsplash.com Wie wichtig erholsamer Schlaf für die Gesundheit ist, ist längst bekannt.
Wie gut unterstützen die neuen Schlafgadgets uns dabei?

Schlaf-Apps – mit dem Smartphone zu besserem Schlaf?

Das Smartphone hilft uns heute in allen Lebenslagen. Die nächstgelegene Apotheke finden, das Wetter checken oder einfach rund um die Uhr vernetzt bleiben – all das ist kein Problem mehr. Und auch in punkto Gesundheit bieten Smartphone-Apps viele praktische Hilfestellungen an:

So ist neben dem Tracken der Ess- und Sportgewohnheiten auch die Überwachung und Analyse des eigenen Schlafverhaltens mit zahlreichen Schlaf-Apps möglich. Helfen sollen sie dabei, das eigene Schlafverhalten besser zu verstehen und so eine erholsamere, gesunde Nachtruhe zu finden.

Was darf von Schlaf-Apps für das Smartphone erwartet werden und wie funktionieren sie überhaupt? Üblicherweise setzen Schlaf-Apps voraus, dass das Handy beim Schlafengehen mit ins Bett genommen wird. Dort wird es neben dem Schläfer platziert und kann mittels Beschleunigungsmesser und Mikrofon wahrnehmen, wie und wann sich der Schlafende bewegt, ob er schnarcht, welche Umgebungsgeräusche auftreten und zu welchem Zeitpunkt der Nutzer einschläft und wieder aufwacht.

Anhand dieser Informationen kann die App dann ermitteln,

  • wann und wie lange sich der Schlafende in welcher Schlafphase befunden hat
  • ob Umgebungsgeräusche seinen Schlaf stören
  • wie lange er insgesamt geschlafen hat
  • ob er schnarcht und
  • wann der ideale Zeitpunkt zum Aufwachen gekommen ist.

Zu beachten ist bei der Nutzung von Schlaf-Apps allerdings: Zwar lässt sich mit ihrer Hilfe ein ungefährer Überblick über das eigene Schlafverhalten gewinnen, die Messergebnisse zu den verschiedenen Schlafphasen sind allerdings eher ungenau. Davon abgesehen, dass das Handy neben dem Verwender im Bett liegen muss, können die Messergebnisse leicht verfälscht werden – beispielsweise durch den Partner, der mit im selben Bett schläft. Daher sind die Apps am ehesten dazu geeignet, einen ungefähren Einblick in das Schlafverhalten und Aufschluss über eventuell störende Außengeräusche zu geben.

Schlafanalyse mit dem Fitnesstracker

Fitnesstracker werden wie eine Uhr am Handgelenk getragen und sollen insbesondere die körperliche Aktivität (Schrittzahlen, sportliche Leistungen etc.) des Nutzers aufzeichnen. Wird der Tracker aber auch während des Schlafens getragen, zeichnet er auch in der Nacht z.B. Bewegungen des Nutzers und seine Herzfrequenz auf. Auch Umgebungsgeräusche oder Schnarchen werden von einigen Trackern erfasst.

Foto: Matthew T Rader / unsplash.com Das blaue Licht von Bildschirmen hemmt das Schlafhormon Melatonin. Eine Stunde vor dem Schlafen gehen sollte das Smartphone oder Laptop weggelegt werden.

Die erhobenen Daten, die meist online oder über eine Zusatz-App ausgewertet werden, sind ganz ähnlich wie bei einer Schlaf-App. Da Messungen aber direkt am Handgelenk des Nutzers durchgeführt werden, sind die Ergebnisse zu Schlafphasen, Schlafdauer und Schlafqualität meist genauer, als die von einer Schlaf-App erhobenen Daten.

Außerdem muss das Smartphone bei Verwendung eines Fitnesstrackers zur Messung nicht mit ins Bett – und das ist vorteilhaft. Schließlich wirkt insbesondere das blaue Licht des Smartphones schlafhemmend.

Noch smarter: Schlafzyklustracker für die Matratze

Was Fitnesstracker den Schlaf-Apps fürs Smartphone voraushaben, wird von Schlafzyklustrackern für die Matratze weiter perfektioniert. Hierbei handelt es sich um Sensormatten, die direkt an der Matratze angebracht werden und den Schlaf des Nutzers noch genauer überwachen. Obwohl sich die Schlafdaten wenig von denen unterscheiden, die auch von Smartphone oder Fitnesstracker erhoben werden, sind die Ergebnisse der Schlafauswertung hier besonders genau.

Praktisch ist außerdem, dass beispielsweise Geräte wie etwa Schlafsensormattenkönnen die gewonnenen Erkenntnisse auch für die Steuerung eines Lichtweckers oder anderer Smart Home-fähiger Geräten nutzen können.

Die nächste Generation trägt Schlafstirnband

Aufgrund von schlafstatistischen Untersuchungen hat sich ein neuer Zweig entwickelt: die Gesundheitstechnologie. So haben einige Unternehmen bereits smarte Stirnbänder entwickelt. Die Geräte zeichnen nicht nur das Schlafverhalten des Nutzers auf, sondern sollen seinen Schlaf aktiv verbessern. Dazu spielt das Sensorstirnband während des Schlafens besondere Klänge ab, die einen sogenannten „Sleep-Boost“ auslösen und den Nutzer trotz gleicher Schlafzeit fitter und ausgeruhter machen sollen.

Foto: Megan te Boekhorst / unsplash.com Schlafstörungen sind weit verbreitet: Von Insomnia über Albträume bis hin zu Durchschlafproblemen ist alles dabei.

Dass neuartige Geräte wie das Kopfband tatsächlich dabei helfen, auch nach weniger als sieben Stunden Schlaf erholter aufzuwachen, sollen klinische Studien beweisen. Wirklich aussagekräftig sind diese Ergebnisse allerdings erst, wenn sie an der breiten Masse getestet werden konnten.

Digitale Schlaf-Gadgets – das Fazit

Nach Untersuchungen der DAK geben ganze 80 Prozent der Erwerbstätigen an, nachts schlecht zu schlafen. Wer dabei bei „schlechtem Schlaf“ an ein zerknirschtes Gefühl am Morgen denkt oder herausfinden möchte, welche Geräusche ihn nachts hin und wieder aus dem Schlaf reißen, kann mit digitalen Schlaf-Gadgets Abhilfe schaffen.

Mit ihrer Hilfe lässt sich das eigene Schlafverhalten mal mehr, mal weniger genau analysieren und so beispielsweise der ideale Aufwachzeitpunkt finden. Hilfreich kann das für diejenigen sein, die zwar genug Schlaf bekommen, sich am Morgen aber dennoch öfter einmal unausgeruht fühlen.

Echte Ein- oder Durchschlafstörungen kurieren oder einen Arztbesuch ersetzen können allerdings auch die smartesten Schlaf-Gadgets nichts. Bei andauernden Schlafstörungen heißt es darum: Ab zum Arzt – der Gesundheit zuliebe.