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Darum kann es für eure Gesundheit schlecht sein, mit offenem Fenster zu schlafen

Bei diesem Thema scheiden sich die Geister: Soll man bei offenem oder geschlossenen Fenster schlafen? Während manche Personen die frische Luft benötigen, meinen andere hingegen, dass das offene Fenster gefährlich ist. Doch welche Sichtweise ist wahr und gibt es eine klare Anweisung, ob das Fenster beim Schlafen geöffnet sein sollte? Hier lest ihr alles Wichtige

Frau schläft auf Kopfkissen Foto: Lux Graves/unsplash

Ist das Fenster im Schlafzimmer nachts geöffnet, denken viele Menschen, dass sie durch den frischen Luftzug für einen besseren Schlaf sorgen. 

Temperatur hat Einfluss auf Schlaf

Das Schlafzimmer sollte ruhig etwas kühler sein als die anderen Räume in der Wohnung. Zwischen 16 und 18 Grad liegt die optimale Schlafzimmertemperatur. Durch das offene Fenster können zu den meisten Jahreszeiten diese Temperaturen realisiert werden. Im Winter könnte es aber dazu kommen, dass es wesentlich kälter ist. Umgekehrt sollte es aber auf keinen Fall zu warm sein. Ist es so warm, dass ihr schwitzt, ist es hilfreich das Fenster zu öffnen, um kältere Luft in das Zimmer zu lassen. Das offene Fenster kann also beeinflussen, ob ihr euch wohlfühlt.

Luftqualität sinkt in der Nacht

Über die Atemluft stoßen Menschen während des Schlafes CO2 aus. Die Luft wird also förmlich „verbraucht“ und der Sauerstoffgehalt geringer. Die Luftqualität sinkt und damit wird auch Dein Schlaf beeinträchtigt. Die Luft zirkuliert besser, wenn das Fenster nachts offenbleibt. Der Grund dafür ist, dass die Kohlendioxid-Konzentration dann geringer ist. Diese entsteht, wenn man Sauerstoff einatmet und Kohlendioxid wieder ausatmet.

Offenes Fenster auch negative Folgen

Die internationale Übersichtsstudie unter der Federführung des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz kommt zu dem Ergebnis, dass nächtliche Ruhestörung gesundheitsschädigende Effekte entfaltet, die Herz und Kreislauf belasten. In ihrer Studie schreiben die Autoren um Thomas Münzel: 

„Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kam zu dem Schluss, dass Straßenverkehrslärm das Risiko für ischämische Herzkrankheiten und möglicherweise auch für andere kardiometabolische Krankheiten wie Schlaganfall, Fettleibigkeit und Diabetes erhöht“.
Nächtlicher Lärm erhöht den Blutdruck und lässt Gefäße steif werden

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass eine gestörte Nachtruhe das Risiko erhöht, dass sich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickelt. Wie sich zeigte, erhöht insbesondere Nachtlärm den Blutdruck, steigert die Ausschüttung von Stresshormonen und lässt die Gefäße steifer werden, heißt es weiter.  Doch nicht nur das Herz leidet: Auch die Psyche wird durch nächtlichen Lärm beeinflusst. So können den Studienleitern zufolge sogar psychische Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen durch dauerhafte nächtliche Ruhestörung gefördert werden.

"Wir halten es künftig für wesentlich, dass Lärm als wichtiger Herzkreislaufrisikofaktor anerkannt wird und dass die WHO-Richtlinien in EU-Lärmgesetze aufgenommen werden, die dafür sorgen, dass die Lärmgrenzen für den Tag und für die Nacht eingehalten werden müssen. Perspektivisch sollten die Politik und die jeweiligen Entscheider vor Ort darauf hinwirken, dass die gesetzlich definierte Nachtzeit von 22.00 bis 6.00 Uhr lärmfrei bleibt.“

werden die Studienautoren in der Pressemitteilung der Universitätsmedizin Mainz zitiert. Nächtlicher Lärm sei schädlicher als Ruhestörung tagsüber, weil dieser die innere Uhr aus dem Takt bringt, so die Studienautoren. 

Keine Gewöhnung an Lärm

Die Experten kommen außerdem zu dem Ergebnis, dass im Körper keine Gewöhnung an den Lärm eintritt. Gerade in lauteren Umgebungen sollte das Fenster also in der Nacht geschlossen bleiben. Besser ist es, 15 Minuten vor dem Schlafen und morgens nach dem Aufstehen für Durchzug zu sorgen.

Hier könnt ihr das Ergebnis der Studie in der Pressemitteilung lesen:

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