22.08.2019 | Haus & Garten Kommt die Wespen-Invasion wieder? Drohende Strafen und richtiger Schutz

Ihr macht ein Picknick und ein unangekündigter penetranter Gast hat sich selber eingeladen. Die Wespe. Während im letzten Jahr zeitweise von einer Plage gesprochen wurde, hielt sie sich dieses Jahr bedeckt. Doch breiten sich zum Sommerende die Wespen jetzt verstärkt bei uns aus? Wie ihr euch richtig verhaltet und welche saftigen Strafen euch fürs Töten von Wespen drohen, erfahrt ihr hier.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

So richtig beliebt waren sie ja noch nie. Der eine oder andere hat vielleicht schon bemerkt, dass die Wespen in vielen Regionen nicht so häufig aufgetreten sind wie im Jahr 2018. Der Grund sind die Witterungsbedingungen. Bei dem kalten Frühjahr mit viel Nässe sind einige Wespen ertrunken und die Nester kaputtgegangen. Dazu kommt, dass durch die Niederschläge Wespen nicht auf Nahrungssuche gehen konnten und deswegen verhungerten. Doch die Vorfreude der ausbleibenden Wespenplage wird getrübt. Experten rechnen damit, dass sie dieses Jahr noch mal zurückkommen könnten. Es hänge aber natürlich vom Wetter ab. Gibt es zum Sommerende wieder längere trockenere heiße Wetterphasen, würde das den Wespen gut in den Kram passen. 

Darf ich Wespen töten?
In Deutschland stehen mehrere Wespenarten unter Artenschutz. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz ist es generell untersagt Wespen zu töten. Eine Ausnahme gilt für Allergiker. Entscheidet man sich für die Entfernung und Vernichtung eines Wespennestes in Eigenregie, so ist mit hohen Bußgeldern zu rechnen.  

  • Ohne Grund Wespen fangen, verletzten oder töten: bis zu 5000€
  • Bei besonders geschützten Wespenarten: bis zu 50.000€

Die Höhe der Strafzahlung wird immer im Einzelfall entschieden. Natürlich hat jeder von uns im Biergarten schon mal einen Tischnachbarn beobachtet, der tierisch genervt von umherschwirrenden Wespen um sich geschlagen und eine erwischt hat. Klar ist: Solange so etwas nicht bei der Naturschutzbehörde oder sogar bei der Polizei angezeigt wird, droht Wespenfeinden auch kein Bußgeld. Mit Strafen geahndete Fälle dürften äußerst selten sein, sind aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Bisher ist kein Fall bekannt dem das höchst mögliche Bußgeld erhoben wurde. 

Wespennest entfernen - So geht ihr am besten vor

  • Niemals das Wespennest auf eigene Faust entfernen!
  • Nicht jedes Wespennest muss sofort entfernt werden. Es muss ein wichtiger Grund (Gefährdung durch Allergie) vorliegen.
  • Fragt einen Imker, Kammerjäger, Ansprechpartner vom Naturschutzbund um Rat. 
  • Wohnt ihr zur Miete, dann informiert euren Vermieter.
  • Muss das Nest entfernt werden, dann holt euch einen Schädlingsbekämpfer. Er verfügt zudem über eine speziell dafür benötigte Schutzausrüstung.