Erdgaspreise in Bayern: Preissteigerungen, regionale Unterschiede und Spartipps der Verbraucherzentrale zum Start der Heizsaison – alle Infos für Haushalte
Die Heizsaison startet – und in vielen Regionen Bayerns steigen die Erdgaspreise. Während einige Versorger Preiserhöhungen ankündigen, bleiben die Preise andernorts stabil oder sinken sogar. Die Verbraucherzentrale Bayern gibt Tipps, wie ihr eure Heizkosten senken könnt. Alle Informationen dazu lest ihr hier.
Die Erdgaspreise in Bayern entwickeln sich aktuell unterschiedlich – je nach Region und Anbieter. Zum Start der Heizsaison lohnt es sich, den eigenen Verbrauch zu prüfen und gezielt zu sparen.
Preissteigerungen und regionale Unterschiede
- In Nürnberg hebt die N-ERGIE zum 1. November 2026 die Erdgaspreise an. Grund sind gestiegene Preise an den Handelsmärkten, ausgelöst durch die angespannte internationale Lage und niedrige Gasspeicherstände in Europa. Der Energiepreis steigt um 1,79 Cent pro Kilowattstunde (brutto), der Grundpreis bleibt konstant. Ein Drei-Personen-Haushalt mit 18.000 kWh Verbrauch zahlt künftig rund 27 Euro mehr pro Monat – das entspricht einer Erhöhung von etwa 16 Prozent.
- In Augsburg bleiben die Preise vorerst stabil. Die Stadtwerke setzen auf eine Einkaufsstrategie, die kurzfristige Preisschwankungen abfedert. Mittelfristig können sich die Preise je nach Marktentwicklung ändern. Energie Schwaben erhöht den Gaspreis zum 1. Oktober leicht, der Grundpreis bleibt unverändert.
- In Regensburg bietet die REWAG für viele Sonderprodukte eine Preisgarantie bis Ende 2027. Aktuell ist keine Preiserhöhung geplant, sofern staatlich regulierte Preisbestandteile unverändert bleiben.
- Die Stadtwerke Straubing haben ihre Strom- und Gaspreise zum 1. Januar 2026 gesenkt. Ein Beispiel-Haushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch spart im Jahr 2026 brutto 190,40 Euro gegenüber dem Vorjahr – das entspricht einer Ersparnis von 7,25 Prozent. Aktuell laufen die Berechnungen für die neuen, ab dem 1. Januar 2027 gültigen Preise. Die Stadtwerke bitten um Verständnis, dass zum heutigen Zeitpunkt noch keine Aussage über die Höhe der neuen Preise getroffen werden kann. Erst Ende Oktober werden die staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern für das kommende Jahr bekannt. Diese Preisbestandteile sind – neben den Energie-Beschaffungskosten und Netzentgelten – entscheidend für die Preiskalkulation 2027. Die Kunden werden Mitte November 2026 über die neuen Strom- und Gaspreise für das Jahr 2027 informiert.
- In München wurden die Gaspreise zuletzt zum 1. Januar 2026 angepasst – für die meisten Haushalte sanken die Kosten. Eine Prognose für die weitere Entwicklung ist aktuell nicht möglich, da mehrere Preisbestandteile berücksichtigt werden müssen.
- In Rosenheim werden mögliche Preisanpassungen erst Mitte November 2026 besprochen.
Tipps der Verbraucherzentrale Bayern zum Heizkosten senken
Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt, den eigenen Energieverbrauch zu prüfen und einfache Maßnahmen umzusetzen:
- Heizkörper regelmäßig entlüften
- Stoßlüften statt dauerhaft gekippte Fenster
- Heizkörper nicht mit Möbeln verdecken
- Bewusst mit Warmwasser umgehen
- Raumtemperatur anpassen: Wohnräume meist 20 Grad, Schlafzimmer 17–18 Grad
- Technische Maßnahmen wie der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage, das Dämmen von Heizungsrohren oder der Austausch veralteter Bauteile können zusätzlich helfen.
- Eigentümer sollten prüfen, ob ein Wechsel zu effizienterer Heiztechnik sinnvoll ist.
Beratung und Vorträge der Verbraucherzentrale Bayern
Wer seine Heizung austauschen möchte, kann sich bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern unabhängig beraten lassen. Die Experten analysieren die individuelle Situation, vergleichen verschiedene Heiztechniken und informieren über Fördermöglichkeiten. Beratungen sind online, telefonisch oder per Video kostenfrei möglich. Eine Vor-Ort-Beratung kostet 40 Euro. Weitere Infos und Anmeldung zu Online-Vorträgen gibt es unter energieberatung.verbraucherzentrale.bayern oder über die kostenfreie Hotline 0800 – 809 802 400.