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Ermittlern gelingt Schlag gegen Schleuser

Bei einer Aktion von mehreren Staatsanwaltschaften im In- und Ausland sowie der Bundespolizei sind drei hochrangige Schleuser festgesetzt worden. In Saarbrücken läuft eine große Durchsuchung.

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Grenzkontrollen Patrick Pleul/dpa

Saarbrücken/Landshut (dpa) - Bayerischen Staatsanwaltschaften und der Bundespolizei ist in Zusammenarbeit mit Europol ein bedeutender Schlag gegen die internationale, organisierte Schleusungskriminalität gelungen. Dabei wurden in Saarbrücken sowie in Serbien drei Haftbefehle vollstreckt. Sechs Gebäude wurden durchsucht. Die Aktion in Saarbrücken mit 240 Einsatzkräften hielt am Vormittag noch an, wie die Bundespolizei in München mitteilte. Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen einen syrischen Familienclan und laufen im Rahmen einer von Europol koordinierten Operational Task Force.

Lebensgefährliche Schleusungen über das Mittelmeer

Die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Bundespolizei München werfen einer Gruppe mit Verbindungen zu einer libyschen Miliz vor, seit Oktober 2024 mindestens 125 meist syrische Migranten auf Booten von Libyen auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa und damit in die Europäische Union geschleust zu haben. Die kriminelle Organisation erzielte dabei laut Ermittlungen einen Gewinn von mindestens 875.000 Euro. In diesem Zusammenhang wurde ein 26-jähriger Mann aus Syrien in Saarbrücken verhaftet. Der Mann war bereits seit Februar 2025 mehrfach bei Grenzkontrollen aufgefallen. 

Drahtzieher auf der Balkanroute gefasst

Ein weiterer Erfolg gelang der Staatsanwaltschaft Landshut: In Serbien wurde per internationalem Haftbefehl ein 31-jähriger Syrer festgenommen, der dem berüchtigten «Sarawi»-Schleuserclan angehören soll und von Europol als «High Value Target» eingestuft wird. Zeitgleich verhaftete eine serbische Sondereinheit in Belgrad im Auftrag der Staatsanwaltschaft Weiden einen 32-jährigen Syrer. Ihm wird die Beteiligung an 37 Schleusungsfällen zwischen Juni 2023 und Juni 2024 mit mindestens 625 transportierten Personen zur Last gelegt. Das Netzwerk forderte bis zu 10.000 Euro pro Person für Transporte über die Balkanroute nach Deutschland.

Erfolg durch das "Traunsteiner Modell"

Alle drei Verfahren werden nach dem 2018 eingeführten "Traunsteiner Modell" geführt. Diese Spezialabteilungen für grenzüberschreitende Kriminalität arbeiten eng mit internationalen Ermittlern zusammen.

© dpa-infocom, dpa:260805-930-485511/2