Die Schauspielerin Jule Ronstedt über Frust und Lust in den Wechseljahren
Die Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin Jule Ronstedt, 54, hat ihr erstes Buch geschrieben. In „Menomorphosen“ (Eisele-Verlag) setzt sie aus verschiedenen Perspektiven ein umfängliches Bild der weiblichen Wechseljahre zusammen. Es geht in 26 Kurzgeschichten neben anderem um körperliche Befindlichkeiten, ums Verlassen und Verlassenwerden, um große Veränderungen in Familie und Beruf. Sie lässt ihre Protagonistinnen lieben und leiden, Krisen überstehen und ein neues Leben beginnen. Sie selbst, sagt Ronstedt, stecke mittendrin in dieser Lebensphase. Auch bei ihr habe sich einiges verändert. Als sie anfing, offen im Freundeskreis darüber zu sprechen, habe sie festgestellt, dass es nicht nur ihr so gehe. Aus vielen Gesprächen mit Freundinnen und auch Medizinern hat sie ihre fiktionalen Ich-Erzählungen entwickelt. Im SZ-Podcast „München persönlich“ erzählt Jule Ronstedt, wie das Buch entstanden ist, sie spricht aber auch über ihre verschiedenen Berufe. Wie ist sie zur Schauspielerei gekommen? Was möchte sie gerne noch spielen? Warum ist Deutschland kein Filmland? Was wünscht sie jüngeren Frauen und was sollte sich für alle ändern? Ronstedt ist in München aufgewachsen und Mutter einer Tochter. Sie war nach ihrem Abitur an der Neuen Münchner Schauspielschule und bald darauf unter Dieter Dorn Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. In vielen Fernseh- und Filmproduktionen bewies sie ihre Wandlungsfähigkeit, in der Hauptrolle in Marcus H. Rosenmüllers Kinoerfolg „Wer früher stirbt ist länger tot“ ebenso ihren Sinn für Humor. Der scheint auch in der Begegnung mit Ronstedt im Garten des Alpinen Museums an der Isar immer wieder angenehm durch. Er helfe ihr, Krisen zu überstehen, sagt sie.
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